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Moslem-Grabfeld: SVP hat Bedenken

Die SVP befürchtet, Moslems könnten auf einem künftigen Grabfeld «ewige Grabesruhe» und «Bestattung in reiner Erde» fordern. Es werde keine Sonderrechte geben, heisst es bei der Stadt.
Christina Weder

Auf dem Friedhof Feldli könnte es bald ein Grabfeld für Moslems geben. Im Juni hat der Kantonsrat die Voraussetzungen dafür geschaffen, im September steht eine zweite Sitzung dazu an. In der Stadt St. Gallen hat die SVP-Fraktion bereits im Mai eine Interpellation zu «speziellen Grabfeldern für Moslems» eingereicht. Dabei geht es ihr nicht um grundsätzlichen Widerstand. Sie zeigt sogar Verständnis für das Anliegen und schreibt, sie könne mit der Forderung, die Toten mit Blick gegen Mekka zu begraben, gut leben – wenn die Grabfelder «nicht völlig quer» auf dem Friedhof lägen.

«Inakzeptable Forderungen»

Die SVP-Fraktion hält allerdings zwei weitere moslemische Bestattungstraditionen für «grundsätzlich unvereinbar mit unseren Wertvorstellungen und Vorschriften» und will vom Stadtrat wissen, ob auch er die Meinung teile, dass eventuelle Forderungen nach «ewiger Grabesruhe» und «Bestattung in reiner Erde» inakzeptabel wären.

Dabei wird etwa das Reglement des Stadtrats über das Bestattungs- und Friedhofswesen tangiert, laut dem die Gräber auf den städtischen Friedhöfen nach Ablauf von 20 Jahren aufgehoben werden. In seiner Antwort auf die SVP-Interpellation bezieht sich der Stadtrat auf die Botschaft der Kantonsregierung und hält fest, dass mit einer Schaffung von Grabfeldern für Moslems keine Sonderrechte geschaffen würden. «Die kantonalen und kommunalen Gesetze gelten auch für sie», sagt Hans Martin Schibli, Direktionssekretär Inneres und Finanzen, auf Anfrage: «Die Moslems richten sich auch danach.» Sie würden sowohl die Bestattung im Sarg akzeptieren, die bei Erdbestattungen gesetzlich vorgeschrieben ist, als auch die Aufhebung der Gräber nach 20 Jahren. Denn die Gräber würden bloss oberflächlich abgeräumt. Die Grabsteine werden entfernt, die Gebeine bleiben in der Erde liegen – sowohl bei Christen als auch bei Konfessionslosen oder Andersgläubigen.

Ewige Grabesruhe gewährleistet

Dass damit der Wunsch der Moslems nach ewiger Grabesruhe gewährleistet ist, bestätigt auch Hisham Maizar, Präsident der Föderation islamischer Dachorganisationen Schweiz. «Für uns ist wichtig, dass die menschlichen Überreste unangetastet bleiben.»

Auch die Sorge der SVP-Fraktion, was die «Bestattung in reiner Erde» betrifft, sei unbegründet. Moderate Moslems unterscheiden laut Maizar nicht zwischen reiner und unreiner Erde. Abgesehen davon sei das Grabfeld, das auf dem Friedhof Feldli für die Moslems vorgesehen ist, noch nie für Bestattungen benutzt worden.

Laut Hisham Maizar ist ein eigenes Grabfeld ein grosses Anliegen der Moslems. Sonderwünsche sollen dabei aber nicht im Vordergrund stehen. Das Gesuch will er bald einreichen, es handle sich um eine blosse Formsache. Mit der Stadt sei man schon länger im Gespräch.

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