Morosi glückt an der EM ein Coup

Der 44jährige St. Galler Giorgio Morosi qualifiziert sich an der Carambole-EM im deutschen Brandenburg überraschend für die Sechzehntelfinals. Dabei unterliegt der Präsident des Billard-Clubs St. Gallen dem Belgier Rick van Aspert mit 20:40.

Patricia Loher
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Giorgio Morosi (Bild: Urs Bucher)

Giorgio Morosi (Bild: Urs Bucher)

BILLARD. Im Vorfeld war Giorgio Morosi nicht davon ausgegangen, nach der Gruppenphase noch im Rennen zu sein. Doch nach drei Begegnungen hatte der Ostschweizer den Coup geschafft. Nach der 14:15-Startniederlage gegen den Franzosen Eric Aubert Roueche setzte sich Morosi am zweiten Tag gegen den Deutschen Uwe Schmidt mit 25:18 durch. «Plötzlich war die kleine Chance da, die Qualifikation für die Finalrunde zu schaffen», so Morosi. Vor der letzten Gruppenrunde belegte er dank eines leicht besseren Schnittes gegenüber seiner Konkurrenz Rang zwei.

«Ein unglaublicher Moment»

Für eine Qualifikation musste aber alles passen: Schmidt musste gegen Aubert Roueche gewinnen und «ich musste gegen den Weltklassespieler Peter de Backer möglichst viele Punkte für meinen Schnitt spielen». Morosi unterlag schliesslich De Backer mit 12:25, «aber am Nebentisch lief alles für mich. Es war ein unglaublicher Moment».

Das Niveau an der EM war hoch. Weil der kontinentale Verband weltweit zu den dominierenden gehört, waren die Titelkämpfe in Brandenburg auch ein Vergleich der 16 besten Spieler überhaupt.

Lohn für gesteigerten Aufwand

Der 44jährige Morosi war der erste St. Galler Billardspieler, der die Schweiz an einem internationalen Grossanlass vertreten hat. «Es war ein beeindruckendes Erlebnis. Die Spielverhältnisse waren ungewohnt.»

Doch Morosi gelang es, sich an das Ambiente und die neuen Voraussetzungen zu gewöhnen. Die Qualifikation für die Sechzehntelfinals war der Lohn dafür, dass der Leiter der Heilpädagogischen Schule in Rorschach während eines Jahres den Trainingsaufwand gesteigert und zudem in Wien zwei Tage mit dem Weltklassespieler Andreas Efler trainiert hatte.

Der Ehrgeiz ist angestachelt

Morosi ist mit wertvollen Spielerfahrungen aus Brandenburg zurückgekehrt. Nun will er weiter intensiv trainieren, um sich weiter zu verbessern. Er sagt: «Die Titelkämpfe in Brandenburg haben meinen Ehrgeiz nochmals angestachelt.»