Monroe trifft Meerjungfrau

Metallinsekten, Dinosauriercollagen und Lilien auf Leinwand: 27 Kunstschaffende aus vier Kantonen stellten am vergangenen Wochenende an den Gossauer Künstlertagen ihre Werke aus.

Janina Gehrig
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Sie schaut genau hin: Die Auswahl an Arbeiten reichte von Bildern in Öl- und Acrylfarben über Keramikfiguren bis hin zu Fotografien. (Bilder: Hanspeter Schiess)

Sie schaut genau hin: Die Auswahl an Arbeiten reichte von Bildern in Öl- und Acrylfarben über Keramikfiguren bis hin zu Fotografien. (Bilder: Hanspeter Schiess)

gossau. Verschlungene Holzfiguren stehen vor dem Eingang des Andreaszentrums in Gossau. Drinnen haben sich die Besucher um die Tische zum Kaffee versammelt. Um sie herum hängen Schutzengel aus Stein, überdimensionale Insekten aus Altmetall, sommerliche Tessiner- und winterliche Appenzeller Dörfer auf Leinwand, Marilyn Monroes Gesicht in Schwarzweiss, Lilien und Kühe in Acryl- und Ölfarben.

Plattform für Kunstschaffende

An den Künstlertagen in Gossau stellten am Wochenende 27 Kunstschaffende aus St. Gallen und Umgebung, Zürich, Appenzell und Thurgau ihre Bilder, Fotografien und Skulpturen aus. Es ist bereits das 17. Mal, dass der Anlass am ersten Novemberwochenende durchgeführt wurde. Ziel sei es, eine Plattform für Hobbykünstler zu bieten, «gerade für solche, die zum ersten Mal ausstellen», sagt Hans Mühlethaler, OK-Präsident der IG Künstlertage.

Vor allem junge Künstler brauchten etwas Überwindung, wenn sie das präsentieren sollen, was «im stillen Kämmerli produziert wurde».

Treffpunkt für Jung und Alt

Am Stand von Chandra Marquart hängen die zu Karikaturen verzogenen Gesichter von Mister Bean und dem Schauspieler Robert Pattinson. Daneben reissen zwei Dinosaurier über einer Fähre voller Zeichentrickfiguren ihre Mäuler auf.

Fotocollagen mache er am liebsten, sagt der 16-Jährige aus Sax, der jüngste Aussteller im Andreaszentrum. Auch mit Kohle, Tusche, Acrylfarben und Bleistift hat er gezeichnet.

Marcela Rojas gehört ebenfalls zu den jüngeren Ausstellerinnen. Die 30jährige Kolumbianerin wohnt seit fast zwei Jahren in der Schweiz. «Ich schätze es, hier Kontakte zu anderen Künstlern zu knüpfen.» Ihr gegenüber sitzt – zwischen rostroten und grün-schwarzen Leinwänden – Heiner Speck-Solinski.

Seine Bilder tragen keine Titel, «damit jeder Betrachter etwas anderes interpretieren kann», wie der 83-Jährige sagt. Er stellt bereits das fünfte Mal an den Künstlertagen aus. Das «Zusammentreffen mit Bekannten» sei ihm denn auch wichtiger als der Verkauf seiner Bilder.

Künstlertage gehören zu Gossau

«Die Künstlertage sind fester Bestandteil des Gossauer Kulturlebens», sagt Hans Mühlethaler. Seine Gipsfiguren, Aquarelle und Skulpturen aus Schrott standen vor etwa 14 Jahren auch hier.

Seit fünf Jahren arbeitet der Gossauer als Veranstalter der Künstlertage.

Der Ansturm der Künstler auf die zur Verfügung gestellten Stellwände sei gross. Dieses Jahr hätten sich rund 45 Aussteller beworben, Platz hatte es aber nur für 27. Allerdings wünscht sich Mühlethaler noch mehr Bewerbungen. «Wir möchten ein breites Spektrum an verschiedenen Techniken und eine gute Mischung zwischen Bildern und Objekten zeigen», sagt er.

Die Durchmischung von Bildern, Skulpturen und Fotografien ist gelungen. Auch das Publikum ist durchmischt: Jung und Alt sind gekommen, und laut Mühlethaler auch einige Galeristen.

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