MÖRSCHWIL: «Uns fehlen die Worte»

Nach schwierigen Jahren erlebt der «Adler» mit den neuen Wirtinnen einen Blitzstart. Übermorgen stimmen die Mörschwiler über eine Sanierung «ihrer» Beiz ab. Einem Ort, der weit mehr ist als Durstlöscher.

Corinne Allenspach
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Küchenchefin Jana Bussert (links) und Chef de Service Daniela Müller pflegen und schätzen den persönlichen Kontakt. Sie kennen viele Gäste mit Vornamen. (Bild: Urs Bucher)

Küchenchefin Jana Bussert (links) und Chef de Service Daniela Müller pflegen und schätzen den persönlichen Kontakt. Sie kennen viele Gäste mit Vornamen. (Bild: Urs Bucher)

Corinne Allenspach

corinne.allenspach

@tagblatt.ch

Über die Bedeutung einer Dorfbeiz könnte man ein Buch lesen. Oder man kann sich in den «Adler» setzen. An welchem Abend in der Woche spielt keine Rolle. Denn seit Daniela Müller und Jana Bussert die Beiz mitten im Mörschwiler Dorfzentrum Anfang Jahr übernommen haben, geht es zu und her wie in einem Bienenstock. Kaum öffnen die Frauen nachmittags die Türen, stehen die ersten Gäste da. Die einen jassen, die anderen treffen sich zu Kaffee und Kuchen, Gewerbler und Behördenmitglieder kommen zum Feierabendbier, Freunde und Familien zum Essen, Vereine zum gemütlichen Beisammensein nach dem Training. Kurz: Das halbe Dorf trifft sich, ausserdem viele Auswärtige. Rasch wird klar: Die einzige Beiz im Zentrum, die abends offen hat, ist viel mehr als nur Durststiller und Hungerlöscher.

Haben sie mit einem solchen Blitzstart gerechnet? Jana Bussert

macht grosse Augen: «So? Nein, niemals!» Unter ihren Vorgängern fristete der «Adler» im Bewusstsein der Bevölkerung viele Jahre ein Mauerblümchendasein. Daher hätten sie schon gewusst, dass der Bedarf da sei. «Aber wie wir hier von allen Seiten aufgenommen wurden und Hilfe erhalten haben, macht mich sprachlos», sagt Jana Bussert. Daniela Müller ergänzt: «Die Mörschwiler haben darauf gewartet. Sie waren richtig ausgehungert.»

«Die Öffnungszeiten sind perfekt»

Der gelungene Start kommt nicht von ungefähr. Die Wirtinnen, die vorher in der «Fernsicht» in Heiden gearbeitet haben, Daniela Müller als Chef de Service und Jana Bussert als Köchin, kennen die Geheimnisse der Gastronomie. Und dazu gehört weit mehr als nur gut zu kochen. «Die beiden Frauen haben eine natürliche Freundlichkeit», sagt Gemeindepräsident Paul Bühler, der wie viele andere fast täglich im «Adler» einkehrt. Und sie verstünden es, eine lockere, gute Stimmung zu schaffen. «Man fühlt sich einfach wohl.» Andere Mörschwiler beschreiben es gar als eine Art «heimkommen». Etwas, das auch für den Gemeinderat zentral sei: «Es ist sehr wichtig, dass die Vereine ein Daheim haben.» Obwohl der «Adler» seit Jahrzehnten im Besitz der Gemeinde ist, war das nicht immer so – die Beiz hat schon viele Wirte erlebt. Die Voraussetzungen für ein langfristiges Engagement stehen diesmal gut: Sie würde «am liebsten 25 Jahre hier wirten», sagte Jana Bussert vor der Eröffnung (Tagblatt vom 21. Dezember 2016). Und daran hat sich auch drei strenge Monate später nichts geändert, in denen die Frauen höchstens einen Tag pro Woche frei hatten und genau einmal bereits um halb eins nachts den Heimweg nach Heiden antreten konnten. «Uns fehlen die Worte. Wir können Mörschwil nur dankbar sein», sagen sie.

Anfangs sei er skeptisch gewesen wegen der Öffnungszeiten, sagt Bühler. Das Restaurant öffnet Montag bis Donnerstag um 16 Uhr, Freitag und Samstag um 15 Uhr, am Sonntag ist Ruhetag. «Im Nachhinein finde ich es gut so. Das sieht man auch an den Gästezahlen», sagt er. Die Wirtinnen bezeichnen es als perfekt: «Das Angebot ist abgedeckt. Znüni und Zmittag gibt’s beim Füger, den Rest bei uns.» Bis auf Weiteres werde man die Zeiten sicher so lassen, ein zweiter Ruhetag sei nicht vorgesehen. «Wir wüssten gar nicht, welchen Tag wir rausnehmen könnten. Es läuft immer so viel.» Festhalten wollen die beiden auch am Konzept, frisch und saisonal zu kochen. Dass einigen Gästen die Karte zu klein ist, wissen sie. Ändern lasse sich das nicht: «Wer vom Brot über die Salatsauce bis zum Glace alles selbermacht, kann keine grössere Karte haben», sagt Jana Bussert.

Corinne Allenspach

corinne.allenspach

@tagblatt.ch

Über die Bedeutung einer Dorfbeiz könnte man ein Buch lesen. Oder man kann sich in den «Adler» setzen. An welchem Abend in der Woche spielt keine Rolle. Denn seit Daniela Müller und Jana Bussert die Beiz mitten im Mörschwiler Dorfzentrum Anfang Jahr übernommen haben, geht es zu und her wie in einem Bienenstock. Kaum öffnen die Frauen nachmittags die Türen, stehen die ersten Gäste da. Die einen jassen, die anderen treffen sich zu Kaffee und Kuchen, Gewerbler und Behördenmitglieder kommen zum Feierabendbier, Freunde und Familien zum Essen, Vereine zum gemütlichen Beisammensein nach dem Training. Kurz: Das halbe Dorf trifft sich. Und rasch wird klar: Die einzige Beiz im Zentrum, die abends offen hat, ist viel mehr als nur Durststiller und Hungerlöscher.

Haben sie mit einem solchen Blitzstart gerechnet? Jana Bussert

macht grosse Augen: «So? Nein, niemals!» Unter ihren Vorgängern fristete der «Adler» im Bewusstsein der Bevölkerung viele Jahre ein Mauerblümchendasein. Daher hätten sie schon gewusst, dass der Bedarf da sei. «Aber wie wir hier von allen Seiten aufgenommen wurden und Hilfe erhalten haben, macht mich sprachlos», sagt Jana Bussert. Daniela Müller ergänzt: «Die Mörschwiler haben darauf gewartet. Sie waren richtig ausgehungert.»

«Die Öffnungszeiten sind perfekt»

Der gelungene Start kommt nicht von ungefähr. Die Wirtinnen, die vorher in der «Fernsicht» in Heiden gearbeitet haben, Daniela Müller als Chef de Service und Jana Bussert als Köchin, kennen die Geheimnisse der Gastronomie. Und dazu gehört weit mehr als nur gut zu kochen. «Die beiden Frauen haben eine natürliche Freundlichkeit», sagt Gemeindepräsident Paul Bühler, der wie viele andere fast täglich im «Adler» einkehrt. Und sie verstünden es, eine lockere, gute Stimmung zu schaffen. «Man fühlt sich einfach wohl.» Andere Mörschwiler beschreiben es gar als eine Art «heimkommen». Etwas, das auch für den Gemeinderat zentral sei: «Es ist sehr wichtig, dass die Vereine ein Daheim haben.» Obwohl der «Adler» seit Jahrzehnten im Besitz der Gemeinde ist, war das nicht immer so – die Beiz hat schon viele Wirte erlebt. Die Voraussetzungen für ein langfristiges Engagement stehen diesmal gut: Sie würde «am liebsten 25 Jahre hier wirten», sagte Jana Bussert vor der Eröffnung (Tagblatt vom 21. Dezember 2016). Und daran hat sich auch drei strenge Monate später nichts geändert, in denen die Frauen höchstens einen Tag pro Woche frei hatten und genau einmal bereits um halb eins nachts den Heimweg nach Heiden antreten konnten. «Uns fehlen die Worte. Wir können Mörschwil nur dankbar sein», sagen sie.

Anfangs sei er skeptisch gewesen wegen der Öffnungszeiten, sagt Bühler. Das Restaurant öffnet Montag bis Donnerstag um 16 Uhr, Freitag und Samstag um 15 Uhr, am Sonntag ist Ruhetag. «Im Nachhinein finde ich es gut so», sagt er. Die Wirtinnen bezeichnen es als perfekt: «Das Angebot ist abgedeckt. Znüni und Zmittag gibt’s beim Füger, den Rest bei uns.» Bis auf Weiteres werde man die Zeiten sicher so lassen, ein zweiter Ruhetag sei nicht vorgesehen. «Wir wüssten nicht, welchen Tag wir rausnehmen könnten. Es läuft immer so viel.» Festhalten wollen die beiden auch am Konzept, frisch und saisonal zu kochen. Dass einigen Gästen die Karte zu klein ist, wissen sie. Ändern lasse sich das nicht: «Wer vom Brot über die Salatsauce bis zum Glace alles selbermacht, kann keine grössere Karte haben», sagt Jana Bussert.

Corinne Allenspach

corinne.allenspach

@tagblatt.ch

Über die Bedeutung einer Dorfbeiz könnte man ein Buch lesen. Oder man kann sich in den «Adler» setzen. An welchem Abend in der Woche spielt keine Rolle. Denn seit Daniela Müller und Jana Bussert die Beiz mitten im Mörschwiler Dorfzentrum Anfang Jahr übernommen haben, geht es zu und her wie in einem Bienenstock. Kaum öffnen die Frauen nachmittags die Türen, stehen die ersten Gäste da. Die einen jassen, die anderen treffen sich zu Kaffee und Kuchen, Gewerbler und Behördenmitglieder kommen zum Feierabendbier, Freunde und Familien zum Essen, Vereine zum gemütlichen Beisammensein nach dem Training. Kurz: Das halbe Dorf trifft sich, hinzu kommen viele Auswärtige. Rasch wird klar: Die einzige Beiz im Zentrum, die abends offen hat, ist viel mehr als nur Durstlöscher und Hungerstiller.

Haben sie mit einem solchen Blitzstart gerechnet? Jana Bussert

macht grosse Augen: «So? Nein, niemals!» Unter ihren Vorgängern fristete der «Adler» im Bewusstsein der Bevölkerung viele Jahre ein Mauerblümchendasein. Daher hätten sie gewusst, dass der Bedarf da sei. «Aber wie wir hier von allen Seiten aufgenommen wurden und Hilfe erhalten haben, macht mich sprachlos», sagt Jana Bussert. Daniela Müller ergänzt: «Die Mörschwiler haben richtig darauf gewartet.»

«Die Öffnungszeiten sind perfekt»

Der gelungene Start kommt nicht von ungefähr. Die Wirtinnen, die vorher in der «Fernsicht» in Heiden gearbeitet haben, Daniela Müller als Chef de Service und Sommelière, Jana Bussert als Patissier und Sous-Chef, kennen die Geheimnisse der Gastronomie. Und dazu gehört weit mehr als nur gut zu kochen. «Die beiden Frauen haben eine natürliche Freundlichkeit», sagt Gemeindepräsident Paul Bühler, der wie viele andere oft im «Adler» einkehrt. Und sie verstünden es, eine lockere, gute Stimmung zu schaffen. «Man fühlt sich einfach wohl.» Andere Mörschwiler ­beschreiben es gar als eine Art «heimkommen». Etwas, das auch für den Gemeinderat zen­tral sei: «Es ist sehr wichtig, dass die Vereine ein Daheim haben.» Obwohl der «Adler» seit Jahrzehnten im Besitz der Gemeinde ist, war das nicht immer so – die Beiz hat schon viele Wirte erlebt. Die Voraussetzungen für ein langfristiges Engagement stehen diesmal gut: Sie würde «am liebsten 25 Jahre hier wirten», sagte Jana Bussert vor der Eröffnung (Tagblatt vom 21. Dezember 2016). Und daran hat sich auch drei strenge Monate später nichts geändert, in denen die Frauen höchstens einen Tag pro Woche frei hatten und genau einmal ­bereits um halb eins nachts den Heimweg nach Heiden antreten konnten. «Uns fehlen die Worte. Wir können Mörschwil nur dankbar sein», sagen sie.

Anfangs sei er skeptisch gewesen wegen der Öffnungszeiten, sagt Bühler. Das Restaurant öffnet Montag bis Donnerstag um 16 Uhr, Freitag und Samstag um 15 Uhr, am Sonntag ist Ruhetag. «Im Nachhinein finde ich es gut so. Das sieht man auch an den Gästezahlen», sagt er. Die Wirtinnen bezeichnen es als perfekt: «Das Angebot im Dorf ist abgedeckt. Zmorge, Znüni und Zmittag gibt’s beim Füger, den Rest bei uns.» Bis auf weiteres werde man die Zeiten sicher so lassen, ein zweiter Ruhetag sei nicht vorgesehen. «Wir wüssten gar nicht, welchen Tag wir rausnehmen könnten. Es läuft immer so viel.» Festhalten wollen die beiden auch am ­Konzept, frisch und saisonal zu ­kochen. Dass einigen Gästen die Karte eher zu klein ist, wissen sie. Ändern lasse sich das nicht: «Wer vom Brot über die Salatsauce bis zum Glace alles selbermacht, kann keine grössere Karte haben», sagt Jana Bussert.