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MÖRSCHWIL: Sechs Meter weniger Freihof

Der Gemeinderat will den Freihof für 2,5 Millionen sanieren. Ein Bürger bringt einen anderen Vorschlag: Er möchte die Fassade des ehemaligen Restaurants nach Westen verschieben.
Adrian Lemmenmeier
Wäre der Freihof sechs Meter kürzer, bliebe genügend Platz für ein Trottoir. (Bild: Visualisierung: PD)

Wäre der Freihof sechs Meter kürzer, bliebe genügend Platz für ein Trottoir. (Bild: Visualisierung: PD)

Adrian Lemmenmeier

adrian.lemmenmeier@tagblatt.ch

Für die einen ist er ein schützenswertes Element des Dorfkerns, für die andern ein Schandfleck: Der Freihof sorgt in Mörschwil seit über zehn Jahren für Diskussionen. Othmar Lengwiler, der ehemalige Inhaber des Elektrogeschäfts Lengwiler und langjährige Präsident der Raiffeisenbank Mörschwil, möchte diese Diskussionen ein für allemal beenden. Er schlägt vor, den Freihof zu verkleinern und die Fassade zu verschieben, sechs Meter nach hinten, weg von der Strasse (siehe Visualisierung oben).

«Dieser Kompromiss gibt beiden Seiten, was sie wollen», sagt Lengwiler. So bliebe einerseits die Fassade des Freihofs erhalten. Andererseits könne man den Strassenengpass zwischen dem Freihof und dem Ochsen beseitigen. Und so das Argument, der Freihof sei ein Verkehrshindernis, aus dem Weg räumen.

Kleinere Wohnungen für ein Trottoir

Lengwilers Idee im Detail: «Hinter der Ostfassade des Freihofs, die zum Dorfkern gerichtet ist, wird auf der Länge von sechs Metern Holzwerk herausgebrochen.» Damit entstehe eine Lücke zwischen der Fassade und dem Rest des Gebäudes. Nun gebe es zwei Möglichkeiten, diese zu schliessen: Entweder man errichte sechs Meter weiter hinten eine neue, originalgetreue Fassade oder man verschiebe die alte Fassade sechs Meter nach hinten. «Spezialisten zufolge ist das technisch machbar», sagt Lengwiler. Das Resultat: Einige Kubikmeter weniger Freihof. Dafür bliebe die Fassade erhalten und der derzeitige Engpass für die Fussgänger wäre Geschichte. «Auch der alte Festsaal müsste nicht weichen», sagt Lengwiler. Denn dieser befindet sich im westlichen Teil des Gebäudes. Herausgerissen würden aber Räume, in denen gemäss dem derzeit verfolgten Projekt des Architekten Paul Knill Wohnungen entstehen sollen. «Dann gibt es dort eben nur 11/2-Zimmerwohnungen», sagt der 87-jährige Lengwiler. Das bringe natürlich etwas weniger Rendite. «Aber Geld ist in Mörschwil kein Problem.» Das einzige Problem sei der Dachstuhl. «Dieser müsste natürlich dem verkürzten Gebäude angepasst werden.»

Startet Mörschwil wieder bei Null?

Ihm sei es wichtig, sagt Lengwiler, dass der Streit um den Freihof endlich beigelegt werde. «Der Friede im Dorf ist das Wichtigste.» Dieser Friede hat unter der Causa Freihof gelitten: Zweimal gab die Bürgerversammlung das Gebäude zum Abbruch frei. Zweimal wurde dies von Einsprechern verhindert. Im Dezember änderte der Gemeinderat dann die Strategie: Nun soll der Freihof nicht abgerissen, sondern saniert werden. Dazu soll die Bürgerversammlung Ende März einen 2,5-Millionen-Kredit sprechen. Lengwiler nimmt an, dass dieser Kredit abgelehnt wird. «Dann wäre man wieder bei Null.»

Gemäss Plänen des Gemeinderats soll das Projekt des Architekten Paul Knill realisiert werden (Visualisierung unten). Auch hier soll die Fassade erhalten bleiben. Auch hier soll das Verkehrsproblem gelöst werden – mit einem Durchgang für die Fussgänger. Für Othmar Lengwiler ist das dennoch keine gute Option: «Nach wie vor steht das Gebäude direkt an der Strasse.» Die Nähe zum Restaurant Adler sei feuertechnisch ein Problem und der Durchgang «unansehnlich».

Und wie will Othmar Lengwiler die Mörschwilerinnen und Mörschwiler von seiner Idee überzeugen? Er werde sein Vorhaben an der Informationsveranstaltung vom kommenden Mittwoch präsentieren. Dann wird sich auch Gemeindepräsident Paul Bühler zu Lengwilers Vorschlag äussern. Bis dahin möchte er die Idee des verkürzten Freihofs nicht kommentieren.

Mittwoch, 24. Januar, 16 bis 19.30 Uhr: Öffentliche Besichtigung des Freihofs. Danach: Infoveranstaltung im Gemeindezentrum mit Architekt Paul Knill.

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