MÖRSCHWIL: Neues Jahr, neue Pächterinnen

Mit dem neuen Jahr beginnen im «Adler» auch zwei neue Wirtinnen. Daniela Müller und Jana Bussert haben genug vom «Schnickschnack» in der Spitzengastronomie. Am liebsten wollen sie 25 Jahre lang hier wirten.

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Jana Bussert (l.) und Daniela Müller wirten im «Adler». (Bild: Ralph Ribi)

Jana Bussert (l.) und Daniela Müller wirten im «Adler». (Bild: Ralph Ribi)

Wie ein Sechser im Lotto sei der «Adler» für sie, sagen Daniela Müller und Jana Bussert. Die beiden Gastronominnen haben bisher im Heidler Gasthaus zur Fernsicht zusammengearbeitet. Vor einem Monat erhielten sie die Schlüssel zum Mörschwiler Dorfrestaurant und machen es nun mit Hochdruck bereit für die Eröffnung am Neujahrstag.

Vom Haus zeigen sie sich begeistert. «Wir suchten schon länger nach etwas Eigenem», sagt Daniela Müller. Während sich im Gastraum noch nicht viel verändert hat, haben die beiden im früheren Gourmetstübli und im Ratsherrenzimmer viel Platz geschaffen. Die Zahl der Tische wurde reduziert, dafür wurden die Möbel sorgfältig ausgesucht. Eine grosse Hilfe, den «Adler» auf Vordermann zu bringen, sei Hauswart Richard Kast. «Ohne ihn könnten wir nicht bereits am 1. Januar eröffnen», sagt Bussert.

Das Interesse scheint auch im Dorf gross zu sein. Aufgrund der vielen Anfragen habe man bereits Verstärkung für Küche und Service, je in einem 50-Prozent-Pensum, eingestellt. Noch vor der offiziellen Eröffnung war gestern Abend die Gemeindeverwaltung zum Weihnachtsessen zu Gast. «Das ist für uns natürlich eine Ehre und eine ideale Feuerprobe», sagt Bussert. Die Öffnungszeiten werden mit der Neueröffnung eingeschränkt. Von Montag bis Donnerstag wird der «Adler» von 16 bis 24 Uhr, am Freitag und Samstag von 15 bis 24 Uhr geöffnet haben. Ausnahmen sind auf Anfrage möglich. Durchgehende Öffnungszeiten seien nicht rentabel, wie sich in den vergangenen Jahren gezeigt habe. Zudem sei die Familie Füger mit dem «Ochsen» schon gut etabliert. «Im Dorf braucht man sich nicht zu konkurrieren», sagt Müller. Vielmehr suche man die Zusammenarbeit, etwa mit der Metzgerei Ehrbar, der Molkerei Manser, den Spirituosenhändlern Glen Fahrn und House of Single Malts oder den Obstbauern.

Weg von der ­Spitzengastronomie

Ihre bisherigen Erfahrungen haben die beiden in der Spitzengastronomie gesammelt. «Angefangen bei meiner Mama, habe ich als Gastgeberin nur bei den Besten gelernt», sagt Müller. Nun wollen sie sich aber neu aufstellen. «Ich will ohne Schnickschnack kochen», sagt Bussert, aber trotzdem «tolle Produkte» auftischen. Vom Brot über den Kuchen bis zum Dessert will Bussert, die auch gelernte Patissière ist, möglichst viel selber machen. «Backen ist meine Leidenschaft», sagt sie.

Müller, Chef de Service und Sommelière, wird den Weinkeller zusammenstellen. Es sollen sich aber nicht nur Speisegäste, sondern alle angesprochen fühlen. So wird es für die Vereinsmitglieder auch nach 22 Uhr noch eine kleine Karte mit warmen Speisen geben, und im Gastraum stapeln sich bereits Gesellschaftsspiele. Das ist auch der Grund, weshalb das «Restaurant» aus dem Namen gestrichen wurde. «Als wir uns das Haus angeschaut haben, fragten wir uns, was hier hineinpassen würde», sagt Daniela Müller. «Wie ein warmes Zuhause», sollte es werden. Und zwar auf lange Sicht: «Am liebsten würde ich 25 Jahre lang hier wirten», sagt Jana Bussert. Das hören die Mörschwiler nach den Wechseln der vergangenen Jahre bestimmt gerne.

Johannes Wey

johannes.wey@tagblatt.ch

Eröffnungsapéro

Sonntag, 1. Januar, 16 bis 19 Uhr