Mörschwil macht Kesb keine Vorwürfe

Kosten von einer halben Million Franken für die Fremdplazierung dreier Minderjähriger haben an der Mörschwiler Vorversammlung Fragen und Unverständnis ausgelöst. Dass es 2015 so viel teurer werden soll als in anderen Jahren, ist laut Gemeindepräsident Paul Bühler Zufall.

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Paul Bühler Gemeindepräsident Mörschwil (Bild: Ralph Ribi)

Paul Bühler Gemeindepräsident Mörschwil (Bild: Ralph Ribi)

Kosten von einer halben Million Franken für die Fremdplazierung dreier Minderjähriger haben an der Mörschwiler Vorversammlung Fragen und Unverständnis ausgelöst. Dass es 2015 so viel teurer werden soll als in anderen Jahren, ist laut Gemeindepräsident Paul Bühler Zufall.

Wie kommt es zu dieser Häufung, nachdem Mörschwil jahrelang keine Minderjährigen fremdplazieren musste?

Darauf hat niemand Einfluss. In meinen 24 Jahren als Gemeindepräsident mussten wir bislang erst ein Kind fremdplazieren. Vergangenes Jahr waren es gleich drei, die auch dieses Jahr bis auf weiteres auswärts betreut werden. Darum ist der Posten im Budget auch grösser als in der Rechnung 2014: Wir müssen damit rechnen, dass die Kinder das ganze Jahr über fremdplaziert bleiben.

500 000 Franken scheint ein hoher Betrag für drei Kinder.

Auch darauf haben wir keinen Einfluss. Die Kosten können je nach Einrichtung tiefer oder höher sein, mit unzähligen Abstufungen. Der Kantonsbeitrag von rund einem Drittel der Kosten, den wir im Laufe des Jahres erhalten, relativiert das Ganze etwas. Trotzdem werden die Kosten noch immer gut zwei Steuerprozente ausmachen.

Die Massnahmen wurden von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) angeordnet. Hätte deren Vorgängerin, die Vormundschaftsbehörde, eine günstigere Lösung gefunden?

Das ist eine rein hypothetische Frage. Ich mache der Kesb sicher keinen Vorwurf. Die Behörde sucht die Fälle ja nicht, sondern handelt, wenn sie handeln muss. (jw)