Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

MÖRSCHWIL: In den Hallen der Modelleisenbahnfabrik HAG sollen Reihenhäuser entstehen

Fünf Jahre standen die Hallen der einstigen Schifflistickerei und späteren Modelleisenbahnfabrik HAG leer. Jetzt entstehen an ihrer Stelle Reihenhäuser. Das Projekt mit «Sympathiebonus» hat aber seinen Preis.
Corinne Allenspach
In den einstigen Fabrikhallen entstehen neun Reihenhäuser. Der Bau wird aufgestockt, die Fassade bleibt weitgehend erhalten. (Bild: Visualisierung: PD)

In den einstigen Fabrikhallen entstehen neun Reihenhäuser. Der Bau wird aufgestockt, die Fassade bleibt weitgehend erhalten. (Bild: Visualisierung: PD)

Wie viel Geschichte im Haus an der Ecke Bahnhof-/Huebstrasse steckt, lässt sich schon beim Eintreten erahnen. «1909» steht auf dem original Fliesenboden vor der imposanten Eingangstür. In den angrenzenden Fabrikhallen war damals die Schifflistickerei von Eduard Ackermann-Loepfe einquartiert, ehemaliger Mörschwiler Gemeindeammann. Später folgte eine Hand voll weiterer Firmen. Seit dem Auszug der HAG Modelleisenbahnen AG vor fünf Jahren standen die Hallen leer (siehe Kasten). Nicht etwa, weil niemand die Liegenschaft kaufen wollte. «Jeder, der in der Ostschweiz in der Immobilienbranche tätig ist, hat sich interessiert», weiss Fabian Fischer. Einerseits wegen der guten Lage, aber auch, «weil es Mörschwil ist».

Der 36-Jährige ist selber Mörschwiler, aufgewachsen gleich gegenüber den Fabrikhallen. Heute ist er Mitinhaber der MüllerFischer AG, der die Liegenschaft gehört, und die in den geschichtsträchtigen Gemäuern vor wenigen Tagen mit dem Um- und Ausbau für neun Reihen-Einfamilienhäuser begonnen hat. Architekt ist Andy Senn, ebenfalls Mörschwiler. Offizieller Spatenstich ist am 20. Februar. Obwohl vieles neu wird: Die Fassade mit ihren grossflächigen Fenstern und damit das Flair der einstigen Industriehalle bleiben weitgehend erhalten. Ebenso Teile der alten Stahlträger im Innern.

Alle wollten, niemand hat es bisher geschafft

Die Bauherren nennen das Projekt sinnigerweise «Schifflistickerei». Und sie sind froh, dass sie an diesem Ort bauen dürfen. «Jahrelang hat es niemand geschafft, ein Projekt auf die Beine zu stellen, das funktioniert», sagt Fischer. Er ist überzeugt, dass die «Schifflistickerei» einen «Sympathiebonus» geniesst, weil die alten Hallen erhalten bleiben. «Hätten wir einen Neubau mit mehreren Mehrfamilienhäusern geplant, wäre der Widerstand sicher grösser gewesen.»

So vergingen zwischen Baueingabe im Sommer 2017 und Baustart nur wenige Monate. Eine Einsprache war eingegangen, die man relativ einfach habe erledigen können. In Mörschwil durchaus nicht selbstverständlich, sind doch selbst Projekte für öffentliche Bauten teils seit Jahren blockiert.

In drei Tagen fünf der neun Häuser verkauft

Mit dem Baustart hat auch der Verkauf der Häuser begonnen. Diese scheinen gefragt, trotz Preisen, die sich nur ganz wenige Leute leisten können. «Ich hätte auch viel lieber kleinere Häuser für etwa 1,2 Millionen Franken gemacht, die für mehr Leute erschwinglich gewesen wären», sagt Fischer. Aber durch die Fensterfront der Fabrikhallen sei die Einteilung gegeben. Mit nur einem Fenster wären die Häuser zu schmal geworden, jetzt sind sie zwei Fenster breit und haben eine Wohnfläche von 170 bis 200 Quadratmetern. Dazu kommen Garten, zwei Balkone, Keller und Tiefgarage. Das günstigste Haus mit 390 Quadratmetern Gesamtnutzfläche kostet knapp 1,8 Millionen Franken. Befürchtungen, dass sie nicht weggehen, hat Fischer nicht: «Bereits drei Tage nach dem Verkaufsstart waren fünf der neun Häuser verkauft.»

Für Fischer ist klar: «Wer das Projekt im Detail kennt, weiss, dass der Preis gerechtfertigt ist.» Er sei Ausdruck für «die sehr aufwendige und hochwertige Bauweise». So müsse beispielsweise ein Grossteil der Liegenschaft nachträglich unterkellert, das ganze Fundament erneuert und die Tiefgarage gepfählt werden. «Allein Letzteres kostet 500 000 Franken, ohne dass man von aussen etwas sieht.» Zudem erhält jedes Haus seine eigene Erdsondenheizung.

Freude am Projekt hat auch Werner Gahler. Für den einstigen Geschäftsführer der HAG Modelleisenbahnen AG, der jahrzehntelang viel Herzblut in seine Firma gesteckt hat, kommt es mit der «Schifflistickerei» quasi zu einem Happy End, wie er sagt. «Ich schätze es, dass die Fabrikhallen erhalten bleiben.» Gahler wird weiter im Kopfbau des Gebäudes wohnen. Und Fischer wird, nach Bauende im März 2019, fix mit seinem Büro dort einziehen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.