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MÖRSCHWIL: Heimspiel fürs «Gschwend»

Gemunkelt wurde schon lange, jetzt ist es offiziell: Das «Gschwend» kommt. Geschäftsführer Guido Schildknecht, selber Mörschwiler, kann es kaum erwarten. Bei der Bäckerei Füger bleibt man gelassen.
Corinne Allenspach
Noch bis zu seiner Pensionierung am 17. Juni betreibt Albin Egger seine Bäckerei im Dorfzentrum von Mörschwil. Am 19. Juni eröffnet das «Gschwend» mit den Geschäftsführern Guido Schildknecht (links) sowie Manuela und Wisi Signer seinen fünften Standort. (Bild: Urs Bucher)

Noch bis zu seiner Pensionierung am 17. Juni betreibt Albin Egger seine Bäckerei im Dorfzentrum von Mörschwil. Am 19. Juni eröffnet das «Gschwend» mit den Geschäftsführern Guido Schildknecht (links) sowie Manuela und Wisi Signer seinen fünften Standort. (Bild: Urs Bucher)

Viele kleinere Gemeinden sind heutzutage glücklich, wenn sie überhaupt noch einen Laden im Dorf haben. Die Mörschwiler können gleich aus einer ganzen Palette auswählen: Volg, Landi, Molki, Metzgerei. Und beim Beck haben sie sogar die Wahl. Einst zählte Mörschwil fünf Bäckereien, heute sind es immerhin noch zwei. Das wird auch weiterhin so bleiben. Albin Egger, der sein Geschäft seit bald 40 Jahren an der St. Gallerstrasse mitten im Dorf betreibt, geht Mitte Jahr in die wohlverdiente Pension. Am Samstag, 17. Juni, wird der Laden letztmals unter seiner Federführung geöffnet sein. Und bereits zwei Tage später, am 19. Juni, wird sein Nachfolger übernehmen. Die Cafe Gschwend AG eröffnet nach St. Gallen, Winkeln, Abtwil und Rotmonten in Mörschwil ihren fünften Standort. «Ich freue mich enorm, ich kann es kaum erwarten», sagt Guido Schildknecht, der selber Mörschwiler ist. Er führt zusammen mit Wisi Signer und dessen Frau Manuela die Cafe Gschwend AG.

Ein Dorf braucht eine Vielfalt an Läden

Dass er für seine Bäckerei einen Nachfolger gesucht habe, sei aus dem Bedürfnis der Bevölkerung entstanden, sagt Albin Egger: «Es war der Wunsch vieler Mörschwiler, dass es eine zweite Bäckerei im Dorf gibt.» Vor rund einem Jahr hat Egger mit Schildknecht und Signer erste Gespräche geführt. «Wir haben den Standort Mörschwil nicht gesucht», betont Guido Schildknecht, «aber das Angebot war einfach zu gut, um es auszuschlagen.» Wenn einem in Mörschwil jemand sein Haus verkaufen wolle, müsse man nicht lange überlegen. Schildknecht und Signer sind überzeugt, dass der Bedarf für eine zweite grosse Bäckerei im Dorf da sein wird. «Es hatte ja bisher schon zwei Bäckereien. Wir führen nur Bestehendes weiter.»

Auch bei der wenige Meter entfernten Bäckerei Füger sieht man die neue Konkurrenz als Chance. «Grundsätzlich gilt, jeder Laden, der in Mörschwil zugeht, ist nicht gut», sagt Beda Füger, der die Bäckerei im altehrwürdigen «Ochsen» in fünfter Generation führt. Die sechste Generation hat teilweise bereits übernommen oder steht in den Startlöchern. Um zu verhindern, dass die Mörschwiler in der Stadt einkaufen, brauche es eine möglichst breite Vielfalt im Dorf, weiss Beda Füger. «Gute Konkurrenz belebt das Geschäftsleben. Es zwingt einen auch, immer à jour zu bleiben.»

«Gschwend» ist gekommen, um zu bleiben

Mit dem «Gschwend» in nächster Nähe werde man die Messlatte bei Füger «noch höher setzen». Die Herausforderung nehme man gerne an. Ausserdem sei er auch «ein bisschen stolz», dass die Inhaber des Cafe Gschwend ein solch grosses Geschäft aufbauen konnten. «Guido Schildknecht hat bei uns die Lehre gemacht», sagt Beda Füger. Und auch Wisi Signer habe einst im Betrieb gearbeitet.

Wenn das «Gschwend» am 19. Juni in Mörschwil eröffnet, tut es das vorerst mit einem Laden. In einem zweiten Schritt sei geplant, in Albin Eggers Backstube ein Café einzurichten. Gross umbauen wollen die neuen Besitzer nicht, denn die Zukunft des Hauses ist ungewiss. Das «Gschwend» hat zwar die Liegenschaft mit Bäckerei gekauft. Die restlichen 1280 Quadratmeter von Eggers Grundstück mit Wiese und Scheune hat die Politische Gemeinde erworben – gemäss Mitteilungsblatt für knapp 1,9 Millionen Franken. Bis 16. Mai läuft das fakultative Referendum.

Zusammen mit weiteren Grundstücken plant die Gemeinde eine Dorfkerngestaltung mit Wohnen und Gewerbe . Gut möglich, dass man sich beteiligen werde, sagen Schildknecht und Signer. Aber auch wenn die Liegenschaft Egger dereinst abgebrochen werden sollte: Das «Gschwend» sei gekommen, um zu bleiben und würde sich in einem allfälligen Neubau entsprechend einrichten.

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