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MÖRSCHWIL: Ein Kunstwerk zum Berühren

Die Künstlerin Hilda Staub verstarb 2015 an Krebs. Ihr Ehemann sichtete daraufhin ihr Werk mit dem Ziel, ein Buch über ihr Schaffen herauszugeben. Dieses ist nun erschienen.
Nina Rudnicki
Hilda Staub hält ihr Werk «Fluglinie», das aus 125 Einzelteilen besteht. (Bild: PD)

Hilda Staub hält ihr Werk «Fluglinie», das aus 125 Einzelteilen besteht. (Bild: PD)

Nina Rudnicki

redaktiongo

@tagblatt.ch

Vom Atelier der Künstlerin Hilda Staub in Mörschwil fällt der Blick auf grüne Wiesen und auf ein Kunstwerk. Es handelt sich dabei um eine Installation, die an sich im Wind bewegende Blätter erinnert. Auf einem Draht fixiert wirken die Elemente aus Faservlies wie von einer unsichtbaren Kraft angetrieben. «Fluglinie» gehört zu den bekanntesten Werken der verstorbenen Künstlerin. 2010 war die 125-teilige Installation über der Aare aufgespannt. Im Atelier sind weitere Kunstwerke ausgestellt. «Vorsichtiges Berühren und Spielen erwünscht», steht auf einem Blatt unter den Winzlingen, Stabfüsslern und den Kopfüberlingen – kleinere Objekte ebenfalls aus Faservlies.

Plastiken, Malereien und Zeichnungen

Rund 50 Personen sind an die Vernissage des Buchs «Welche Farbe hat der Tag?» gekommen, das einen chronologischen und thematischen Überblick über das Schaffen Hilda Staubs beinhaltet. Die gebürtige Bernerin starb vor zweieinhalb Jahren im Alter von 70 Jahren an Krebs. Nach ihrem Tod machte es sich ihr Mann Christoph Baumgartner zur Aufgabe, zusammen mit Unterstützern aus Kunst und Kultur ihr Werk aufzuarbeiten und ein Buch herauszubringen. «Ich habe erst realisiert, wie gross das künstlerische Werk meiner Frau ist, als ich mit der Dokumentation anfing», sagt Baumgartner. Insgesamt habe er gegen 10000 Werke erfasst. «Was heute an der Vernissage und im Buch zu sehen ist, ist nur ein Ausschnitt.»

Das Werk setzt sich zusammen aus Plastiken, Objekten, Ausseninstallationen, Malereien und Zeichnungen. Während 13 Jahren hat Hilda Staub zudem jeden Tag auf einer Karte eine Zeichnung hergestellt und diese teilweise zu Objekten weiterverarbeitet.

Alleine während ihrer Reisen füllte Hilda Staub 50 Skizzenbücher. Diese sind ebenfalls im Atelier ausgestellt. Die Buchrücken sind mit Burma, Thailand, Santorini und vielen weiteren Ländern und Orten beschriftet. «Reisen gehörte zu Hilda Staubs Leidenschaft», sagt Kunsthistorikerin Brigitta Vogler-Zimmerli, die sich durch die Skizzenbücher gearbeitet hat. «Dabei sind all diese Seiten voller Studien von Blütenblättern, exotischen Pflanzen und von der Natur geformten Ornamenten entstanden.»

Hilda Staub lebte über ein Jahr in Äthiopien

Mit ihrem Mann lebte Hilda Staub Mitte der 1970er-Jahre während 16 Monaten im Rahmen eines medizinischen Entwicklungshilfeprojekts in Äthiopien. Nach der Rückkehr in die Schweiz studierte sie an den Kunstgewerbeschulen in Bern und Zürich. 1988 zog sie mit ihrem Mann in den Kanton St. Gallen, wo dieser eine Stelle als Arzt im Kinderspital antrat. Ein Jahr später folgte der Umzug nach Mörsch­wil. Ihre erste Ausstellung in St. Gallen fand 1989 in der Galerie vor der Klostermauer unter dem Titel «Zeichen vergangener Tage» statt. Allerdings stand Hilda Staub in der Ostschweizer Kunstszene eher am Rande, wie es in der Medienmitteilung zum Buch heisst. Die ihr gebührende Anerkennung habe sie aber anderswo im In- und Ausland gefunden.

Am 16. November um 18 Uhr wird das Buch auch im Chornhus des Kulturhofs Schloss Köniz vorgestellt – in dieser Berner Gemeinde hatte Hilda Staub 1966 ihre erste Stelle als Kindergärtnerin angetreten.

Baumgartner, Christoph (Hrsg.): Hilda Staub: Welche Farbe hat der Tag? 223 S., Fr. 49.–

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