Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

MÖRSCHWIL: Der Kopf geht weiter als der Körper

Der 20-jährige Cyrill Knechtle will sich in diesem Jahr für die Ironman-Weltmeisterschaft in Südafrika qualifizieren. Seine Begeisterung für Triathlon hat er erst vor zwei Jahren entdeckt.
Nina Rudnicki
Dem Triathlon verfallen: Cyrill Knechtle trainiert fast jeden Tag. (Bild: PD/Roman Jäger)

Dem Triathlon verfallen: Cyrill Knechtle trainiert fast jeden Tag. (Bild: PD/Roman Jäger)

Nina Rudnicki

redaktiongo@tagblatt.ch

12 bis 16 Stunden pro Woche trainiert Cyrill Knechtle aus Mörschwil Schwimmen, Velofahren und Laufen. Der 20-Jährige investiert dafür einen Grossteil seiner Freizeit. Jeden Tag ausser Montag und Freitag stehen zwei Sporteinheiten auf dem Trainingsplan. Die Ziele von Cyrill Knechtle sind ambitioniert: Er möchte sich kommenden Herbst für die Ironman-Weltmeisterschaft in Südafrika qualifizieren. Dabei hat er seinen ersten Ironman erst im vergangenen Jahr in Rapperswil absolviert. Dort hat er es allerdings gleich auf Anhieb auf den vierten Platz geschafft. «Man könnte sagen, ich bin dem Triathlon verfallen. Aber es ist viel mehr als das», sagt Cyrill Knechtle. «Durch den Sport finde ich Ausgleich und bekomme nach der Arbeit wieder einen freien Kopf.» Zudem sei er fasziniert von der Kombination der drei Sportarten und davon, welche ungeahnten Kräfte sich während eines Wettkampfes freisetzen. «Man schafft viel mehr als im Training. Der Kopf kann weiter gehen als der Körper.»

Im Ausgang gibt’s nur Mineralwasser

Triathlon ist mehr als Cyrill Knechtles Hobby. Dieser Sport sei eine Leidenschaft, bei der es darum gehe, die Grenzen auszuloten. «Am liebsten würde Cyrill in der Kategorie Langdistanz an den Start gehen. Für ihn und seinen jungen Körper ist es allerdings besser, vorerst nur Wettkämpfe bis zur Mitteldistanz zu absolvieren», sagt Roman Jäger aus Abtwil, der als ehemaliger Leichtathlet Knechtle trainiert. Die beiden kennen sich vom Biken. Auch für die Ironman-WM in Südafrika will sich Cyrill Knechtle für die Kategorie Halbdistanz qualifizieren. Dieses setzt sich aus 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern Velofahren und 21,1 Kilometern Laufen zusammen. Für seinen Traum verzichtet Cyrill Knechtle auf Alkohol. «Wenn ich in den Ausgang gehe, trinke ich eben einfach ein Mineral. Meine guten Freunde akzeptieren das», sagt er. «Sprüche gibt es nur hin und wieder von Personen, die mich nicht so gut kennen.»

Mehrere tausend Franken gibt Cyrill Knechtle im Jahr für Material und Training aus. Sein neues Rennvelo hat beispielsweise einen Wert von 10 000 Franken. Hinzu kommen Dinge, die regelmässig ersetzt werden müssen, wie Laufschuhe und Neoprenanzüge. Da er noch in der Lehre zum kaufmännischen Angestellten ist, ist er auf Sponsoren, die Unterstützung seiner Familie und kreative Ideen angewiesen. Aktuell hat er ein Crowdfunding auf der Plattform ibelieveinyou.ch gestartet. Dort sammelt er Geld für Wattmess-Pedale und ein dazugehöriges GPS-Gerät. Einige hundert Franken fehlen ihm noch. Die Wattmess-Pedale sind viel genauer als Pulsmesser und liefern zuverlässigere Trainingsresultate. «Ich dachte, ich probiere das mit dem Geldsammeln einfach einmal aus», sagt er. «Und ich bin gerührt und überrascht, wie viele Personen mich unterstützen. Eine befreundete Studentin hat mir beispielsweise zwanzig Franken gegeben, einfach weil sie gut findet, was ich mache.»

Die ganze Familie fiebert mit

Auch Cyrill Knechtles Familie steht nach anfänglicher Kritik hinter ihm. Seine Schwester ist sein grösster Fan. Sein Vater kommt an jeden Wettkampf, obwohl er anfangs sagte, er könne dann alleine an die Triathlons fahren. Und seine Mutter hat die Medienarbeit übernommen. «Mich etwa auf der Plattform ibelieveinyou.ch anzumelden, war ihr Vorschlag», sagt er.

Auf die Idee, überhaupt einmal an einem Ironman mitzumachen, kam Cyrill Knechtle erstmals vor zwei Jahren während Segelferien. Dort lernte er einen Triathleten kennen, der so vom Ironman schwärmte, dass Cyrill Knechtle selber neugierig wurde. Aus den Ferien zurück, meldete er sich ohne speziell trainiert zu haben für einen Kurzdistanz Triathlon in St. Moritz an. Nach 500 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Velofahren und 10 Kilometern laufen, platzierte er sich im hinteren Mittelfeld. «Mein Ehrgeiz war geweckt.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.