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MÖRSCHWIL: Businessplan für den Wald

Die SBB haben Massnahmen für ihr Waldstück entlang der Bahnlinie im Steinachtobel festgelegt. Diese sind notwendig für die Sicherheit.
Raphaela Roth

Raphaela Roth

raphaela.roth@tagblatt.ch

Es mag überraschen, dass für die Planung eines Waldes ein rund 30-seitiges Dossier nötig ist. Mit dem Betriebsplan für das SBB-Waldstück im Steinachtobel wurde der Fahrplan für die nächsten 15 Jahre festgelegt. «Der Betriebsplan ist eigentlich nichts ­anderes als ein Businessplan für Waldeigentümer, die mehr als 50 Hektar Wald besitzen», sagt Raphael Lüchinger, Regionalförster Waldregion 1 St. Gallen. Darin wird beispielsweise fest­gelegt, welche Arbeiten in den nächsten Jahren anstehen, wie viel Holz gefällt wird oder in welche Richtung sich der Wald entwickeln soll. Ausgearbeitet wurde er hauptsächlich von den SBB und den Revierförstern Corina Stolz und Benjamin Gautschi, die das Gebiet auch betreuen. Die SBB als Waldeigentümer, der Kantonsoberförster und der Regionalförster segneten kürzlich den Plan auf der «Blumenwiese» im Steinachtobel mit ihrer Unterschrift ab. Mit diesem Dokument wurde der siebte von neun Betriebsplänen in der Waldregion 1, die von Rorschach bis Wil reicht, übergeben.

Verschiedene Baumarten sorgen für Sicherheit

Es dauere 60 bis 150 Jahre, bis ein Baum ausgewachsen sei, sagt Kantonsoberförster August Ammann. Daher sei der Plan auf 15 Jahre ausgelegt, weil es bei der Waldentwicklung einer längerfristigen Planung bedarf. Zudem laufe der Betriebsplan unter dem Stichwort Nachhaltigkeit. «Wir wollen, dass diese Wälder nicht nur für uns, sondern auch für die nachfolgenden Generationen bestehen», sagt Ammann. Man übergebe keine «Altlasten» sondern Waldbestände mit vielfältigen Funktionen. «Bis zu sechs Züge passieren diese Bahnstrecke stündlich. Deswegen haben wir bei dieser hochfrequentierten Strecke einen besonders hohen Anspruch an Sicherheit und Verfügbarkeit», sagt Karin Hilfiker, Fachexpertin Natur bei den SBB. Dieser Sicherheitsanspruch stehe auch im Vordergrund des Betriebsplans.

98 Prozent der rund 57 Hektar grossen Waldfläche zählen zum sogenannten Schutzwald. Insgesamt besitzen die SBB schweizweit 900 Hektar Schutzwald. Dieser schütze die Bahnlinie vor Rutschungen oder Erosion, weil der Boden durch die Bäume stabilisiert wird. Allerdings sind abbrechende Äste, beispielsweise bei Stürmen, ein Sicherheitsrisiko. Eine Durchmischung der Baumarten sorge für eine bessere Stabilität des Bodens und des Waldbestandes. Deswegen sei geplant, in Zukunft vermehrt Laubbaumarten zu pflanzen. Zudem wird eine Abstufung der Bäume angestrebt. Das heisst, dass der Wald nicht nur aus alten, hohen Bäumen besteht, sondern auch aus jungen Bäumen mit kurzen Stämmen. Gerade in Nähe der Gleise seien kleinwachsende Bäume oder Sträucher besser. «Denn wenn diese durch einen Sturm umfallen, werden die Fahrleitungen nicht beschädigt», sagt Peter ­Henauer, Teamleiter Natur bei den SBB Region Ost. Da die Sicherheit und die Gewährleistung des Bahnverkehrs Vorrang habe, müssen regelmässig Pflegeeingriffe, etwa eine Baumfällung, gemacht werden, sagt Karin Hil­fiker. Dem pflichtet Raphael ­Lüchinger bei: «Mir ist es ein ­Anliegen, dass dieser Plan nicht einfach in einer Schublade verschwindet, sondern von den Förstern und den Waldeigen­tümern auch umgesetzt wird.»

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