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MÖRSCHWIL: Bald ausgegackert im Dorfkern

Im Dorfzentrum zwischen St. Gallerstrasse und Häftlibach ist eine Überbauung geplant. Dort, wo heute Hühner gackern, sollen Wohnungen und eine Eierbrüterei entstehen.
Daniel Wirth
Die Hühnerställe befinden sich in Zentrumsnähe, im Norden stehen Wohnhäuser und die Pfarrkirche. (Bild: Urs Bucher)

Die Hühnerställe befinden sich in Zentrumsnähe, im Norden stehen Wohnhäuser und die Pfarrkirche. (Bild: Urs Bucher)

Daniel Wirth

daniel.wirth@tagblatt.ch

Das Dorfzentrum der Gemeinde Mörschwil könnte bald anders aussehen. Die Molkerei Manser geht im Frühling mit der Molkerei Fuchs in Rorschach zusammen (Tagblatt vom 13. Januar). Das Unternehmen, das seit über 70 Jahren besteht, verschwindet im Sommer aus dem Dorfbild. In den vergangenen Wochen hielt sich in Mörschwil das Gerücht, die Geisser Geflügelzucht AG käme in die Räume der Molkerei Manser und richte dort eine Brüterei ein. «Es stimmt, wir haben uns dafür interessiert», sagt Robin Geisser, einer von drei Brüdern, welche die Geisser Geflügelzucht AG, die Trupro AG und die Geflügel Gourmet AG zusammen in dritter Generation führen. Es sei aber nichts daraus geworden. Sepp Manser, einer der Geschäftsleiter der Molkerei Manser, sagt auf Anfrage, es stehe heute noch nicht fest, was mit der Molkerei-Liegenschaft an der St. Gallerstrasse in Zukunft geschehen werde. Er bestätigt, dass sich die Geisser Geflügelzucht AG für die Räume interessiert habe.

Robin Geisser sagt, man habe die Idee verworfen – und treibe nun das eigene Projekt voran.

Hühnerställe weichen Wohnraum und Brüterei

Gleich hinter der Landi und der Molkerei Manser (siehe Infografik) plant die Familie Geisser eine Überbauung; das Wiesland ist in ihrem Besitz. Auf diesem Areal zwischen St. Gallerstrasse und Häftlibach züchtet und verkauft die Geisser Geflügelzucht AG seit Jahrzehnten Legehennen. Das Krähen der Hähne und das Gegacker der Hühner bereitet nicht allen Mörschwilerinnen und Mörschwilern Freude. Robin Geisser hat Verständnis für die Bewohner der nahen Wohnhäuser, die sich am Federvieh stören. Die Geflügelzucht verursache Lärm- und Geruchsemissionen. «Und wo es Hühner hat, da gibt es auch lästige Fliegen.»

Dort, wo jetzt Hühnerställe stehen, sollen Wohnbauten entstehen. Damit das Projekt verwirklicht werden kann, müssen die Schutzverordnung, der Teilzonenplan und der Teilstrassenplan angepasst werden und ein Überbauungsplan ist erforderlich. «Sämtliche Pläne waren öffentlich aufgelegen», sagt der Mörschwiler Gemeindepräsident Paul Bühler. Die Pläne seien gegenwärtig beim kantonalen Baudepartement in Bearbeitung. Sobald der Kanton grünes Licht gibt, können die Gebrüder Geisser ein Projekt erarbeiten und ein Baugesuch einreichen. Im Sommer 2017 stellten die Gemeinde und die Familie Geisser einen Realisierungsnachweis der interessierten Bevölkerung vor.

Demnach ist eine Überbauung mit mindestens zwei viergeschossigen Bauten mit insgesamt 22 Wohnungen geplant. Einen Teil der neuen Gebäude will die Geisser Geflügelzucht AG nutzen. Auf 800 Quadratmetern ist eine Brüterei geplant – die Brüterei eben, von der im Dorf herumgereicht wurde, sie käme in die Räume der Molkerei Manser. Die Brutanlage sei im Untergeschoss in einem der neuen Wohnhäuser geplant, sagt Robin Geisser. Einen Zeitplan für die Realisierung des Projektes gibt des noch nicht.

Mörschwil ist eine Geflügelhochburg

Die Gemeinde Mörschwil ist nicht nur ganz vorne im Wettbewerb um den tiefsten Steuerfuss im Kanton, sie ist auch eine Geflügelhochburg. 2017 lag der Federvieh-Bestand gemäss Amtsbericht bei 30901 Hühnern, Mastpoulets, Straussen, Truten, Enten, Gänsen, Fasanen, Wachteln und Perlhühnern; das waren 5000 mehr als im Jahr zuvor. Die Geisser Geflügelzucht AG trägt den grössten Teil zum Federvieh-Bestand in Mörschwil bei.

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