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MÖNCHE: Die irischen Buchschätze von St.Gallen

Auch diesen Frühling begleitet die Stiftsbibliothek ihre aktuelle Sonderausstellung mit einer öffentlichen Vorlesungsreihe. Ab Montag geht es darin um irische Handschriften. Diesbezüglich hat St.Gallen eine Sonderstellung.
Christus in einer Darstellung im legendären irischen Book of Kells. Es entstand vermutlich um 800 im Kloster Iona vor der schottischen Westküste. (Bild: PD)

Christus in einer Darstellung im legendären irischen Book of Kells. Es entstand vermutlich um 800 im Kloster Iona vor der schottischen Westküste. (Bild: PD)

In St.Gallen haben sich ausserordentlich viele irische Handschriften und Bücher aus dem Frühmittelalter erhalten. In seiner Geschlossenheit gilt der Bestand als weltweit einzigartig. Dazu gehört in der Stiftsbibliothek auch eine Sammlung irischer Handschriften aus dem 7. bis 9. Jahrhundert, die als grösste und schönste ihrer Art auf dem europäischen Festland gilt.

Die irische Buchkunst des Frühmittelalters ist Ausdruck einer Mönchskultur, die vom 6. bis 9. Jahrhundert die kulturelle Entwicklung Europas wesentlich mitgeprägt hat. Wie das geschah, kann am Beispiel der Gallusstadt gezeigt werden: Das 612 gegründete Kloster hat irische Wurzeln. Hier gibt es Berichte über irische Besucher bis Ende des 9. Jahrhunderts. Was auch den überaus reichen Bestand an Handschriften und Büchern von der grünen Insel erklärt.

Eine Ausstellung und eine Vorlesungsreihe

Unter dem Titel «An der Wiege Europas: Irische Buchkultur des Frühmittelalters» präsentiert die Stiftsbibliothek in einer Ausstellung bis 4. November ihre irischen Bestände. Diese werden dabei in den grossen Zusammenhang der Kulturgeschichte sowie der Grundlegung Europas im Frühmittelalter und zur Zeit von Karl dem Grossen gestellt.

Vom 19. März bis 23. April, jeweils 18 bis 19.30 Uhr, findet nun im Musiksaal im Stiftsbezirk parallel zur Ausstellung und mit gleichem Titel eine öffentliche HSG-Vorlesungsreihe statt. Den Anfang machen zwei Wissenschafter aus Dublin: Am 19. März erklärt Immo Warn­tjes (als einziger in deutscher Sprache) den Beitrag der irischen Mönche zur Entstehung der christlichen Zeitrechnung. Am 26. März zeigt Bernhard Meehan (so wie alle folgenden Referenten auf Englisch) das legendäre Book of Kells.

Am 9. April geht es dann um die älteste erhaltene Darstellung des heiligen Columba von Iona, am 16. April um das berühmte Irische Evangeliar von St. Gallen. Den Abschluss der Vortragsreihe der Stiftsbibliothek macht dann am 23. April die Präsentation von Faksimiles von zwei der wertvollsten irischen Handschriften, die sich in der Schweiz befinden. Das sind das sogenannte Schaffhauser Adamnans aus dem späten 7. Jahrhundert sowie das Irische Evangeliar von St.Gallen aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts.

www.stibi.ch

Das Book of Kells enthält die vier Evangelien zusammen mit ganzseitigen Abbildungen von Christus, Maria mit Kind und den Evangelisten. Das Schriftbild ist aufwendig gestaltet und verziert. Insbesondere die Initialen wurden teilweise mit sehr feinen Mustern in leuchtenden Farben ausgeführt. (Bild: PD)

Das Book of Kells enthält die vier Evangelien zusammen mit ganzseitigen Abbildungen von Christus, Maria mit Kind und den Evangelisten. Das Schriftbild ist aufwendig gestaltet und verziert. Insbesondere die Initialen wurden teilweise mit sehr feinen Mustern in leuchtenden Farben ausgeführt. (Bild: PD)

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