Möglichst bald wieder bauen

MUOLEN. Innert weniger Tage brannten in der Region St.Gallen zwei Scheunen nieder. Eine davon gehörte Hans Hug aus Muolen. Für ihn hat der Brand auch eine politische Dimension.

Johannes Wey
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Die Scheune brannte komplett nieder. (Bild: Kapo SG)

Die Scheune brannte komplett nieder. (Bild: Kapo SG)

Die Feuerwehr ist nicht mehr da. Dreieinhalb Tage hatten Feuerwehrleute aus Muolen auf dem Hof, den Hans und Fabian Hug in einer Generationengemeinschaft betreiben, gearbeitet: Sie entfernten das Heu aus der Scheune, worauf sich dieses an der frischen Luft teils wieder entzündete, löschten und verluden es und hielten Brandwache. Gebrannt hatte die Scheune in der Nacht auf Freitag (Tagblatt vom Samstag).

Tiere bei anderen Bauern

Auch sonst ist es jetzt ruhig auf dem Hof. Die Tiere, die rechtzeitig aus dem Stall gerettet werden konnten, wurden bei Bauern in der Umgebung untergebracht. Dort werden sie bleiben, bis wieder aufgebaut ist, was zerstört wurde, sagt Hans Hug. Er hoffe, kommenden Frühling in die neue Scheune heuen zu können und auch bald darauf den neuen Stall zu beziehen. «Keine Kühe auf dem Hof – das ist schon etwas hart. Aber das hält uns den Rücken frei.» Er und sein Sohn waren in den vergangenen Tagen auch ohne das Vieh genug beschäftigt: Aufräumarbeiten und Besuch von der Versicherung. Auch der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei war da. Die Abklärung der Brandursache ist auf einem Bauernhof laut Kapo-Sprecher Hanspeter Krüsi naturgemäss schwierig. Zudem herrscht im Futterhandel, dem zweiten Standbein der Hugs, Hochsaison.

Die Scheune brannte komplett nieder. (Bild: Kapo SG)

Die Scheune brannte komplett nieder. (Bild: Kapo SG)

Sohn: Erster Feuerwehrmann

Hugs Sohn Fabian ist Mitglied der Feuerwehr und konnte zusammen mit einem weiteren Feuerwehrmann aus der Nachbarschaft bis auf drei Kälber und einige Schweine alle Tiere retten. Dabei erlitten beide eine leichte Rauchgasvergiftung. Fabian Hug hat zudem eine Brandwunde am Bein davongetragen. Zu Beginn des Brands war der Stall selber zwar noch nicht betroffen. Doch alleine durch die Hitze versengten sich einige Kühe das Fell. Für Hans Hug ist es unvorstellbar, was geschehen wäre, wenn niemand auf dem Hof gewesen wäre. «Drei Minuten später hätte es kein Tier mehr hinaus geschafft.»

Und genau deswegen regt er sich in diesen Tagen auf. Über Vorschriften, die es Landwirten erschweren, ihre Wohnhäuser in der Landwirtschaftszone zu bauen, sagt Hug. Solche Fälle kenne er beispielsweise aus Häggenschwil. Und natürlich aus Schwarzenbach. Eine Bauernfamilie will derzeit vor Bundesgericht erwirken, dass sie in der Landwirtschaftszone neu bauen darf. Bauernvertreter wirken auch politisch auf eine Lockerung dieser Vorschriften hin. «Ein Bauer gehört grundsätzlich auf den Hof», findet Hug.

Blitz löst weiteren Brand aus

Einen weiteren Scheunenbrand gab es am Sonntagabend in Waldkirch (Tagblatt vom Dienstag). Dort erlebte Bauer Niklaus Künzle mit, wie der Blitz einschlug, wie er gegenüber TVO sagte. Auch hier beträgt der Sachschaden mehrere hunderttausend Franken; die Scheune war nicht mehr zu retten. Und auch hier erlitten zwei Personen, die die Tiere retteten, eine Rauchgasvergiftung. Tiere kamen keine zu Schaden.