Möbel Meier schlägt Wurzeln

Vor bald vier Jahrzehnten hat Toni Meier den Möbelmarkt Meier gegründet. Seither war die Firma immer irgendwo eingemietet. Jetzt baut der Familienbetrieb erstmals selber. In Mörschwil, ohne Pomp und Schnickschnack.

Corinne Allenspach
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David, Toni und Hamida Meier im Möbelmarkt in Wittenbach. «Wir freuen uns auf den Neubau in Mörschwil, planen aber keinen Luxusbau.» (Bild: Michel Canonica)

David, Toni und Hamida Meier im Möbelmarkt in Wittenbach. «Wir freuen uns auf den Neubau in Mörschwil, planen aber keinen Luxusbau.» (Bild: Michel Canonica)

WITTENBACH/MÖRSCHWIL. Die Koffer stehen bereit. Noch diese Woche verreisen Toni Meier und Sohn David nach Deutschland. Dort werden sich der 73- und der 31-Jährige verschiedene grosse Möbelhäuser anschauen, um sich inspirieren zu lassen. «Wir haben noch nie selber gebaut, für uns ist das Neuland», sagen sie. Sobald man konkrete Vorstellungen habe, wie ein Neubau aussehen könnte, werde man sich mit einem Architekten zusammensetzen. Ziel sei es, noch im ersten Halbjahr 2016 mit Bauen zu beginnen.

Grossbrand zerstörte Lager

Obwohl Toni Meier, der mit seiner Familie seit Jahren in Mörschwil wohnt, den Möbelmarkt vor bald 40 Jahren gegründet hat, war der Betrieb bisher immer eingemietet. Zuerst im St. Galler Lachen-Quartier, wo im September 1980 ein Grossbrand den Lagerschuppen zerstörte. Anfang der 1980er-Jahre zügelte Möbel Meier nach Wittenbach, in Liegenschaften der ehemaligen «Saurer»-Tochter Leumann, Boesch und Co. und der Bischoff Textil AG. Umso grösser ist die Freude, dass nun im Mörschwiler Fahrn Bauland gefunden wurde. «Jetzt können wir endlich Wurzeln schlagen.»

Einfachheit als Konzept

Gesucht habe man schon länger, sagt der heutige Geschäftsführer David Meier, der Wirtschaft studiert hat. «Aber es ist schwierig, genug Fläche zu finden. Denn Möbel brauchen viel Platz.» Vor allem, wenn Sofas das Kerngeschäft sind. «Bei uns sind jeweils bis zu 600 Sofas ausgestellt», sagt der 31-Jährige. «Das entspricht jedesmal einem kleinen Wohnzimmer.»

Warum nennt sich Meier eigentlich Möbelmarkt? Das hängt laut Toni Meier mit dem Konzept zusammen, dem man seit Jahrzehnten treu sei: «Unsere Ausstellung ist relativ einfach, ohne Schnickschnack und Pomp. Also wie auf einem Markt.» Dies sei mit ein Grund, warum man die Möbel günstiger anbieten könne. «Daran haben nicht alle Freude, vor allem unsere Mitbewerber nicht», weiss der 73-Jährige. Der gelernte Polsterer und Autosattler, der sich selber als «farbenfroher Mensch» bezeichnet, ist gleichzeitig ein Selfmademan und packt überall mit an. So wie der Rest der Familie. Bei Meiers helfen alle mit, inklusive Ehefrau Hamida und Tochter Miriam.

Standort Wittenbach behalten

In Wittenbach geschäftet Meier seit rund 35 Jahren auf einer Fläche von etwa 8500 Quadratmetern. Die Liegenschaften sind aber alt und für eine Möbelfirma unhandlich. «Aktuell haben wir beispielsweise fünf verschiedene Rampen für die Möbelanlieferung», sagt David Meier. Dennoch: Der Betrieb in Wittenbach mit zwölf Vollzeitstellen werde trotz des Neubaus weitergeführt. «Zumindest bis auf Weiteres.»

Das Grundstück in Mörschwil ist rund 6000 Quadratmeter gross. Geplant ist, im Neubau auch eine Polsterei und eventuell eine Vorhang-Näherei einzurichten. Vor allem aber soll der neue Möbelmarkt praktisch sein und einen grosszügigen und einladenden Eingangsbereich erhalten. «Wir planen aber keinen Luxusbau, wir bleiben bescheiden», sind sich Meiers einig.