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Moderne Technik im Grünen

Die Wohnbaugenossenschaft St. Gallen baut in Winkeln eine Siedlung mit 69 Wohnungen. Die Überbauung Sturzenegg soll zum Energiepilotprojekt für die ganze Stadt werden.
Roger Berhalter
Drei langgezogene Mehrfamilienhäuser mit geschwungenen Fassaden: So soll die Überbauung Sturzenegg in Winkeln dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: pd/Wild Bär Heule Architekten)

Drei langgezogene Mehrfamilienhäuser mit geschwungenen Fassaden: So soll die Überbauung Sturzenegg in Winkeln dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: pd/Wild Bär Heule Architekten)

Bald wächst die Stadt im Westen. An der Sturzeneggstrasse in der Nähe des Gübsensees baut die Wohnbaugenossenschaft St. Gallen drei Häuser mit insgesamt 69 Wohnungen. Es ist das grösste gemeinnützige Wohnbauprojekt der Stadt und dürfte rund 35 Millionen Franken kosten. «Es ist eine Freude, dass wir nun beginnen können», sagte Genossenschaftspräsident Konstantin Köberle gestern am Spatenstich.

Nach einer fünfjährigen Planungsphase wird nun zuerst das alte Haus an der Sturzeneggstrasse 36 samt Scheune abgerissen. Anfang November starten dann die Aushubarbeiten, und im Herbst 2017 sollen die ersten Wohnungen fertig sein. Die Nachfrage nach den 2 1/2- bis 5 1/2-Zimmer-Wohnungen ist gross; die Genossenschaft verzeichnet schon jetzt fast 80 Interessenten.

Jede Wohnung hat zwei Balkone

Die Überbauung Sturzenegg wird aus drei langgezogenen Mehrfamilienhäusern bestehen. Sabine Bär vom Architekturbüro Wild Bär Heule erläuterte gestern ihr Projekt «Kettfaden», das den Architekturwettbewerb gewonnen hatte. So sollen die drei Wohnhäuser eine «lebendige Fassade mit Tiefe» erhalten. Dies unter anderem dank zweifarbigen Schindeln sowie versetzten Balkonen und Fenstern. Zwischen den drei Gebäuden soll ein halböffentlicher Raum entstehen.

Besonders ist auch die sogenannte «Durchwohnbarkeit»: Alle Wohnungen sind nach Westen und Osten orientiert und haben auf jeder Seite je einen Balkon. «So haben die Mieter den ganzen Tag Sonne», sagt Bär. Wie die 69 Wohnungen von innen aussehen, ist noch nicht festgelegt, aber die Architektin verspricht nichts weniger als einen «Ausbau, den man so noch nicht gesehen hat».

Eine Batterie für alle

Auch das technische Innenleben dürfte man in der Stadt so noch nie gesehen haben. Um die neue Siedlung mit Strom und Wärme zu versorgen, arbeitet die Wohnbaugenossenschaft nämlich eng mit den St. Galler Stadtwerken zusammen. «Es ist für uns eine gute Möglichkeit, um Erfahrungen zu sammeln», sagte Stadtrat Peter Jans gestern vor Ort. Was das konkret heisst, erklärte Marco Huwiler, Bereichsleiter Innovation und Geothermie von den St. Galler Stadtwerken. So werden zwei moderne Blockheizkraftwerke gleichzeitig Strom und Wärme produzieren, und dies mit einem hohen Wirkungsgrad. Zusätzlichen Strom liefern drei Solaranlagen auf den Dächern. Ein zentraler Batteriespeicher soll überschüssigen Strom aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben.

Geplant sind auch mehrere Ladestationen für Elektrofahrzeuge sowie Duschen, welche die Wärme des abfliessenden Wassers nutzen. Denkbar ist laut Huwiler auch ein Programm fürs Smartphone – Arbeitstitel «Sturzen-App» – das die Mieter vernetzt und sie laufend über ihren Energieverbrauch informiert.

Zentral gesteuert und optimiert

All diese Systeme funktionieren nicht unabhängig voneinander, sondern sind über ein zentrales Energiemanagementsystem miteinander verbunden – ein wichtiger Punkt, um Energie zu sparen und die Effizienz zu erhöhen. Für die Stadtwerke ist die Überbauung das bisher umfassendste Vorhaben dieser Art – ein Pilotprojekt für weitere Überbauungen in der Stadt.

Architektin Sabine Bär erläuterte gestern vor Ort das Bauprojekt. (Bild: Ralph Ribi)

Architektin Sabine Bär erläuterte gestern vor Ort das Bauprojekt. (Bild: Ralph Ribi)

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