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MOBILITÄT: Die Stadt ist ein schlechtes Vorbild

Die Stadt bekennt sich klar zum Mobilitätskonzept 2040 und somit zu einer nachhaltigen Mobilität. Nun zeigt sich: Zwar fordert sie viel, bei ihren eigenen Angestellten unternimmt sich jedoch nur wenig.
Benjamin Manser
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Christoph Renn

christoph.renn@tagblatt.ch

Politische Vertreter von links und rechts sind sich für einmal einig. Und das bei einer Thematik, bei der normalerweise ein tiefer Graben zwischen den Parteien herrscht: bei der Mobilität. Genauer gesagt beim städtischen Mobilitätskonzept. Die Parteien kritisieren die Stadt und die Umsetzung des Mobilitätskonzeptes 2040. Jürg Brunner und René Neuweiler, SVP-Stadtparlamentarier, wollten nämlich in einer Interpellation vom Stadtrat wissen, wie die Stadt die Massnahmen in eigener Sache umsetzt. «Die Antworten sind offen und ehrlich», sagt Brunner. Das sei aber das einzige Positive. Der Inhalt enttäusche. Auch Basil Oberholzer, Stadtparlamentarier der Jungen Grünen, stellt dem Stadtrat schlechte Noten aus.

Aus der Antwort des Stadtrates geht hervor, dass rund die Hälfte aller 2000 städtischen Angestellten nicht in St.Gallen wohnen. Bei einer Online-Umfrage haben 40 Prozent der Mitarbeitenden angegeben, dass sie mit dem Auto oder dem Motorrad zur Arbeit fahren. «Das sind zu viele», sagt Brunner. Ausgenommen seien natürlich Buschauffeure, die am Morgen früh zur Arbeit fahren müssten. Die Stadt könne nicht von der Privatwirtschaft verlangen, dass die Angestellten mit dem öV anreisen, und ihre Parkplätze aufheben, wenn sie selber nichts dahingehend unternehme. «Die Stadt ist nicht vorbildlich. Sie müsste auch Anreize für ihre Angestellten schaffen.»

Bis 2020 sollen 100 E-Autos in der Stadt fahren

Am meisten ärgert sich Brunner über die Neubeschaffung von Fahrzeugen der Stadt. «Für die Stadt gibt es ein konkretes Ziel. Mindestens 1000 E-Fahrzeuge sollen bis 2020 in der Stadt verkehren.» Die Stadt übernehme aber auch hier keine Vorreiterrolle: Stand heute besitzt die Verwaltung lediglich sieben Elektro-, zehn Hybrid- und 37 Gasfahrzeuge. Davon wurden in den Jahren 2015 und 2016 vier Elektro- und ein Hybrid-Fahrzeug gekauft, wie der Stadtrat in der Antwort schreibt.

Was Brunner noch mehr stört, ist, dass im selben Zeitraum 15 Personenwagen mit Ener­gieeffizienz-Kategorie D und schlechter erworben wurden. Und diese seien nur teilweise durch spezielle Anforderungen für den Diensteinsatz begründet.Immerhin gibt der Stadtrat in seiner Interpellationsantwort zu, dass in der Fahrzeugbeschaffung bezüglich Energieeffizienz noch ein grosses Potenzial besteht. «Ich hoffe nun, dass die Stadt in Zukunft mehr darauf achtet», sagt Brunner. Unterstützung ­erhält er von Basil Oberholzer.«Die jetzige Situation ist nicht gut. Die Stadt muss noch viel mehr auf E-Antriebe setzen.» Immerhin möchte der Stadtrat für das Beschaf­fungsverfah­ren verbindliche Richtlinien festlegen.

Die Stadt muss ihre Versprechen halten

Nun gilt es laut Brunner zu schauen, dass es besser kommt. «Ich hoffe, dass die Stadt ihre Versprechen hält und ihre Vorbildfunktion übernimmt.» Auch Oberholzer hegt Hoffnungen für die Zukunft: «Es wäre wünschenswert, wenn die SVP bei der Mobilität am selben Strick zieht wie die Grünen.»

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