Mobil bleiben trotz Einschränkung

Wenn Krankheit oder Abbau im Alter die Beweglichkeit einschränken, muss es nicht ständig weiter abwärts gehen. Das zeigen Naropa Reha und Fachleute aus der Region an Tagen zur Erhaltung von Mobilität mit Schwerpunkt bei Hilfe für MS-Erkrankte.

Fritz Bichsel
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Ausstellung bei Naropa Reha. (Bild: fbi.)

Ausstellung bei Naropa Reha. (Bild: fbi.)

STAAD-RORSCHACH. «Der ist betrunken.» – «Die ist faul.» Da können wir ganz falsch liegen. Ursache von Gleichgewichtsstörung oder Ermüdung kann auch Multiple Sklerose (MS) sein. Betroffene kostet es Überwindung, zur Krankheit zu stehen und sie zu akzeptieren, weiss Rebecca Spirig, Präsidentin der Schweizerischen MS-Gesellschaft. Da helfen die Gesellschaft und ihre Regionalgruppen.

«Für mehr Lebensqualität können wir von der Greifzange bis zum elektrischen Rollstuhl alles bieten», umschreibt Geschäftsführerin Verena Kobler-Koller das Angebot von Naropa Reha in Staad. Dieses auf Hilfe bei eingeschränkter Beweglichkeit spezialisierte Geschäft bietet auch Kontakt zu Ärzten, Therapeuten und Institutionen oder Hilfe bei Beitragsgesuchen.

Hausarzt koordiniert Therapie

«Naropa ist ein Geschenk des Himmels, rasche Lieferung von Hilfsmitteln und Kompetenz sind hier einmalig», sagt der Rorschacher Hausarzt Norbert Moll. Hausärzte sind meist die ersten Ansprechpersonen. Für die Diagnose und Behandlung von MS, die Nerven beschädigt, braucht es aber auch Spezialisten. MS ist bisher nicht heilbar, bedeutet dank neuer Therapien aber nicht mehr zwangsläufig Rollstuhl und frühen Tod. Norbert Moll empfiehlt, Behandlung und Einbezug der Angehörigen über den Hausarzt zu koordinieren – und nicht nachzulassen, wenn Beschwerden vorübergehend abklingen.

Der Rorschacher Physiotherapeut Wilbert Derksen verweist darauf, dass MS sehr unterschiedlich auftritt und verläuft. Deshalb sei für die Erhaltung der Beweglichkeit für jeden betroffenen Menschen ein individuelles Therapieprogramm nötig. Weil dieses viel Durchhaltewille erfordert, empfiehlt er auch den Einsatz moderner elektronischer Mittel, die Videospielen ähneln.

Gruppe Bodensee-Rheintal

Hilfe bringt auch Austausch mit anderen Betroffenen. Das bietet die Regionalgruppe Bodensee-Rheintal, unter anderem bei monatlichen Treffen. Rosmarie Amstutz in Altenrhein, selber MS-Betroffene, gründete eine Selbsthilfegruppe und baute sie aus zu dieser Regionalgruppe der MS-Gesellschaft für Betroffene und ihre Angehörigen.

www.multiplesklerose.ch/ Bodensee-Rheintal.1156.0.html

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