Mitarbeiterin klaut Geld aus Gemeindekasse

In Goldach hat eine Mitarbeiterin des Front Office Geld im fünfstelligen Bereich veruntreut. Der Gemeinderat hat die finanziellen Unregelmässigkeiten im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss festgestellt. Das Strafverfahren ist noch nicht abgeschlossen, das Strafmass noch nicht bekannt.

Christoph Renn
Drucken
Teilen
In der Gemeinde Goldach fehlt Geld in der Kasse. (Bild: Archiv/Urs Jaudas (Symbolbild))

In der Gemeinde Goldach fehlt Geld in der Kasse. (Bild: Archiv/Urs Jaudas (Symbolbild))

In der Gemeindekasse Goldach fehlt Geld im fünfstelligen Bereich. Eine Mitarbeiterin des Front Office hat ihr Gehalt durch Veruntreuung rechtswidrig aufpoliert. Sie hat Bardgeldeinnahmen nicht verbucht und in die eigene Tasche gesteckt. Ihr wurde fristlos gekündigt und die Gemeinde hat bei der Staatsanwaltschaft St.Gallen Strafanzeige eingereicht, heisst es in der Mitteilung. "Dieser Vorfall ist sehr unschön für die Gemeinde und alle Mitarbeitenden", sagt Gemeindepräsident Thomas Würth. Die Aufarbeitung des Falles sei ein enormen Aufwand gewesen. Aus finanzieller Sicht sei der Schaden nicht gravierend, da die Gemeinde Goldach gegen solche Vorfälle versichert sei.

Kontrolle hat funktioniert
Dass beim Front Office etwas nicht mit rechten Dingen zu und her geht, ist dem Gemeinderat im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss 2014 aufgefallen. "Wir haben finanzielle Unregelmässigkeiten festgestellt", sagt Thomas Würth. Dann habe der Gemeinderat mögliche Gründe dafür untersucht. "Das machen wir immer, wenn es Abweichungen gegen unten oder gegen oben gibt." Es könne ja auch sein, dass bei einer Abbuchung ein Fehler unterlaufen sei. "Wir machen das nicht, weil wir davon ausgehen, dass unsere Angestellten nicht korrekt arbeiten", ergänzt der Gemeindepräsident. Die Kontrollmechanismen der Gemeinde Goldach hätte somit eigentlich funktioniert. Und in diesem Fall einen unschönen Ausgang ergeben.
Die detaillierten Untersuchungen unter Beizug der PricewaterhouseCoopers PWC hätten dann ergeben, dass Bargeldeinnahmen nicht verbucht wurden. "Sämtliche Indizien wiesen auf eine bestimmte Mitarbeiterin des Front Office hin", sagt Würth. Wer das gewesen war, sei dann nicht mehr schwer festzustellen gewesen, da jeweils registriert sei, wer welche Geschäfte bearbeitet habe.

Kündigung akzeptiert
Dann ging es Schlag auf Schlag. "Als die Abklärungen abgeschlossen waren, haben wir mit der Mitarbeiterin gesprochen", sagt Würth. Am 18.März dieses Jahres erhielt sie die fristlos Kündigung, gegen welche sie Rekurs eingereicht hat. Diesen habe sie später aber wieder zurückgezogen. Nur wenige Tage später, am 26. März, hat dann die Gemeinde Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft St.Gallen eingereicht. Das Strafverfahren läuft noch. Wann es abgeschlossen ist, kann Roman Dobler, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft St.Gallen, noch nicht sagen. "Die Untersuchungen laufen." Der Strafrahmen bei Veruntreuung liege je nach Deliktsumme zwischen Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe. Der fünfstellige Betrag scheint im Vergleich zur Gesamtrechnung der Gemeinde gering. Doch musste die Mitarbeiterin regelmässig Beträge nicht verbucht haben und das Geld ins eigene Portemonnaie gesteckt haben. Denn "sie arbeitete noch nicht lange auf der Gemeinde und die Beträge, mit welchen sie umgegangen ist, waren relativ klein", sagt Würth. Im Front Office werden beispielsweise Identitätskarten verkauft, Hunde können gelöst oder GA-Tageskarten gekauft werden. Über die genaue Deliktsumme bestehe noch keine Klarheit.

Regelmässiger Kassensturz
Der Veruntreuungsfall war laut Gemeindepräsident Würth der erste in Goldach. Und er wird dem Gemeinderat eine Lehre sein: "Auch wenn der Kontrollmechanismus eigentlich funktioniert hat, haben wir neue Massnahmen eingeführt", sagt Würth. So werde regelmässiger Kassensturz gemacht und genauer als zuvor mit den Geschäften abgeglichen.