Mit zwölf Kilo Heroin gedealt

Ein Student aus dem serbischen Nis ist vom Kreisgericht St. Gallen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Er hat mit rund zwölf Kilogramm Heroin gehandelt.

Claudia Schmid
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In den vergangenen Monaten standen immer wieder junge Männer aus Serbien vor dem Kreisgericht, die sich wegen Heroingeschäften verantworten mussten. Sie alle waren von einer international tätigen Drogenhändlerbande in der serbischen Stadt Nis angeworben worden. Im Auftrag der Organisation reisten sie in die Schweiz ein, wo sie sofort in den Heroinhandel eingebunden wurden.

Finanzielle Nöte

Mehrere der Beschuldigten erzählten jeweils an den Gerichtsverhandlungen ähnliche Geschichten, warum sie sich auf den illegalen Handel einliessen. Oft ging es darum, dass sie Schulden hatten und deshalb von der Bande in die Schweiz geschickt wurden.

Der 28jährige Serbe, der nun vor Kreisgericht stand, gab ebenfalls finanzielle Schwierigkeiten in seiner Familie als Grund an. Man könne sich kaum vorstellen, wie schlecht die wirtschaftlichen Verhältnisse in seiner Heimat seien, erklärte er. Er sei kurz vor dem Abschluss seines Studiums gestanden, als ihn die Drogenbande angeworben habe. Auch mit einer akademischen Ausbildung verdiene man in Serbien kaum Geld. Die ersten Jahre arbeite man praktisch gratis. Weil sein Vater grosse Schulden angehäuft habe, sei er auf den Handel eingestiegen, um der Familie zu helfen. Während der Zeit in der Schweiz habe er mehrmals aus dem illegalen Geschäft aussteigen wollen, doch das habe die Bande nicht zugelassen.

Das Leben zerstört

Im November 2012 wurde der Student zusammen mit fünf weiteren Männern verhaftet. Er war geständig, mit grossen Mengen Heroin gehandelt zu haben. An der Gerichtsverhandlung gab er aber an, er wisse wenig über den Kopf der Bande. Und das wenige, das er erfahren habe, dürfe er nicht sagen. Er bringe sonst seine Familie in Serbien in Gefahr. Ihm sei mittlerweile bewusst, dass er mit seinem Tun sein Leben zerstört habe. Er habe der Familie helfen wollen und nun alles noch viel schlimmer gemacht. Die Staatsanwaltschaft klagte ihn wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz und Widerhandlung gegen das Ausländergesetz an. Als Strafmass erachtete sie eine Freiheitsstrafe von 6,5 Jahren als gerechtfertigt. Der Verteidiger forderte eine Freiheitsstrafe von 40 Monaten für seinen Mandanten. Das Geständnis und seine wirtschaftlich verzweifelte Situation müsse strafmildernd berücksichtigt werden. Der Beschuldigte sei kein tragendes Mitglied, sondern ein einfacher Läufer innerhalb der Drogenbande gewesen.

Das Kreisgericht verurteilte ihn nun zu einer vierjährigen Haftstrafe. Die Kosten des Verfahrens betragen rund 63 000 Franken. Diese muss der Beschuldigte zahlen.