Mit Zirkuskunst bewegen

Mit Pantomime, Clownerie und Cabaret soll die Ostschweiz stärker belebt werden. Dafür setzt sich der Verein Rejnvalo aus Staad ein. Am Mittwoch stellte das «Karfunkel Kabinett» sein Zelt inklusive Feuerwehrauto am See auf.

Stephanie Sonderegger
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Mit dem «Karfunkel Kabinett» machte der Verein Rejnvalo am Mittwoch in Staad halt. (Bilder: Stephanie Sonderegger)

Mit dem «Karfunkel Kabinett» machte der Verein Rejnvalo am Mittwoch in Staad halt. (Bilder: Stephanie Sonderegger)

STAAD. Mit «Das Karfunkel Kabinett» ist das weisse Zirkuszelt angeschrieben, das am Mittwoch am Hafen in Staad gastierte. Anstelle von Tieren waren neben dem Zelt ein altes Feuerwehrauto und ein bunter Bus mit Berliner Kennzeichen zu bestaunen. Die Kombination sorgte besonders bei der Staader Bevölkerung für neugierige Blicke. Was bisher nur wenige wissen: Hinter dem «Karfunkel Kabinett» steckt ein einheimischer Verein.

Von Berlin nach Staad

«Rejnvalo» nennt sich der Verein zur Förderung circensischer Kultur in der Ostschweiz. Gegründet wurde er im vergangen Dezember von der Staaderin Katia Rudnicki, dem Pantomimekünstler und Clown Merlin Pohse und Ralf Eberle aus dem Sarganserland. Die Idee zur Gründung entstand in Berlin, der Heimat von Merlin Pohse. Die Faszination für Variété, Cabarets und Clownerie zog auch die Staaderin dorthin. Sie wollte «eintauchen» in die hierzulande weniger bekannten Kunstformen. In Berlin seien diese allgegenwärtig – zu gegenwärtig findet Merlin Pohse: «Zu viele machen dasselbe. Wir haben uns irgendwann gefragt: Wo können wir etwas bewegen?» Mit der Heimat von Katia Rudnicki war die Antwort schnell gefunden.

Das erste Projekt von Rejnvalo, das «Karfunkel Kabinett», feierte vergangene Woche an der Rhema in Altstätten Premiere. Als Teil des Kinderprogramms fanden stündlich Vorführungen statt, bei denen sowohl Kinder als auch Erwachsene einen Einblick in das bunte Treiben der Pantomimekünstler erhielten. Für Clown Merlin Pohse eine spannende Erfahrung: «Viele haben uns angesprochen, das Feedback war sehr wohlwollend. Das Interesse der Leute ist hier definitiv vorhanden.» Das sei besonders wichtig, da das Programm auf einer zwischenmenschlichen Ebene funktionieren müsse, erklärt er: «Was wir machen, muss die Menschen bewegen.»

Gelächter und Applaus

Am Mittwochabend bewegte das Duo Desolato im «Karfunkel Kabinett» so einiges: Von einer Jagd nach einer Karotte bis hin zur Fliegendressur und Gesangseinlage liessen die beiden Pantomimekünstler nichts aus. Die zahlreich anwesenden Besucher dankten es ihnen mit Gelächter und tosendem Applaus. Merlin Pohse als Ferkel Johnson zeigte sich nach der stündigen Aufführung begeistert: «So soll es sein: ein Fest für alle Anwesenden.»

Doch die Verwirklichung des Traums, einen eigenen Zirkus zu führen, sei nicht einfach, erzählen Merlin Pohse und Katia Rudnicki: «Eine Tour zu planen, ist zeitaufwendig und kompliziert.» Aufgeben wollen sie dennoch nicht: Ein zweites Projekt stehe bereits in den Startlöchern.

Marlin Pohse (links) tritt mit Lukas Besuch als Duo Desolato auf.

Marlin Pohse (links) tritt mit Lukas Besuch als Duo Desolato auf.

Präsidentin Katia Rudnicki.

Präsidentin Katia Rudnicki.

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