Mit Stimme im Ohr durch den Stiftsbezirk

Besucher der Stiftsbibliothek können diese mit einem Audioguide selbständig erkunden. Das Angebot wird so rege genutzt, dass es nun auf den ganzen Stiftsbezirk ausgebaut werden soll. Auch die Galluskapelle soll für Touristen zugänglicher werden.

Elisabeth Reisp
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Bald können Touristen die Kathedrale mit Audioguide besichtigen. (Bild: Coralie Wenger)

Bald können Touristen die Kathedrale mit Audioguide besichtigen. (Bild: Coralie Wenger)

Seit diesem Sommer verleiht die Stiftsbibliothek Audioguides an die Touristen. Mit dem Gerät am Ohr können die Besucher die Stiftsbibliothek auf eigene Faust entdecken und dabei Wissenswertes erfahren. Die Stiftsbibliothek plant nun, den Audioguide auszubauen. Ab nächstem Frühjahr soll nebst der Bibliothek auch die Kathedrale und der Aussenbereich des Stiftsbezirks per Audioguide zu entdecken sein.

Acht Prozent der Besucher

Gemäss Silvio Frigg, Mitarbeiter der Stiftsbibliothek, sei das Projekt Audioguide bisher ein Erfolg. «Im August wurden 1450 Geräte verliehen, im September waren es 800.» Über acht Prozent der Besucher nehmen laut Frigg dieses Angebot für drei Franken pro Ausleihe in Anspruch.

Den Audioguide gibt es derzeit in Deutsch, Englisch und Französisch. Eine Erweiterung auf Italienisch oder Spanisch wäre erstrebenswert, sagt Frigg. Asiatische Sprachen allerdings stehen derzeit nicht zur Diskussion. «Touristen aus dem asiatischen Raum reisen häufig in geführten Gruppen, daher haben sie kein Bedürfnis nach einem Audioguide.»

Andacht und Sightseeing

Die Erweiterung, speziell jene auf die Kathedrale, stellt die Verantwortlichen vor einige Herausforderungen. Etwa jener, wie Touristen und Kirchgänger am besten aneinander vorbeizubringen sind. «Im Kuppelraum etwa sollten sich die Touristen nicht zu lange aufhalten», sagt Frigg. Wer Andacht in der Kirche suche, sollte nicht gestört werden. In Absprache mit dem Dompfarrer Beat Grögli wird eine entsprechende Route in der Kirche herausgearbeitet.

Was jetzt noch fehlt, ist das Geld. «Die Finanzierung ist noch nicht geregelt», sagt Silvio Frigg. Für die Erweiterung des Audioguide rechnet die Stiftsbibliothek mit Kosten in der Höhe von 40 000 Franken.

Kapelle zugänglicher machen

Zum Stiftsbezirk gehört auch die wertvolle Galluskapelle. Für Besucher ist sie nicht frei zugänglich. Die Ölbilder über Gallus' Leben sind zu wertvoll, um sie unbeaufsichtigt den Besucherströmen auszusetzen. Noch vor ein paar Monaten wünschte St. Gallen-Bodensee Tourismus eine zeitweise Öffnung der Kapelle (das Tagblatt berichtete). Seither sei der Faden seitens des Tourismusvereins nicht mehr aufgegriffen worden, sagt Grögli. Daher habe die Dompfarrei beschlossen, selber etwas zu unternehmen.

Die Dompfarrei überlegt sich nun, wie sie den Raum hin und wieder für Interessierte öffnen kann. «Wir hoffen, ebenfalls im nächsten Frühling ein ausgearbeitetes Konzept zu haben», sagt Dompfarrer Grögli. Mehr will er noch nicht verraten.