Mit Samichlaus in Erinnerungen geschwelgt

Seit zehn Jahren besucht der heute pensionierte Lehrer Kuno Feurer als Samichlaus die Alterssiedlung und neu auch das «la vita». Er wird dabei von Schulabwart Rolf Graf als Knecht Ruprecht begleitet.

Peter Beerli
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RORSCHACH. Ob es denn Sinn mache, bei Betagten mit der Rute zu drohen und kleine Sünden zu verraten, fragten wir den Samichlaus. Die Antwort: Natürlich gehe er anders vor, als wenn er in der Spielgruppe, im Kindergarten oder in Schulklassen Mädchen und Buben Respekt einflössen will.

Wie es in der Kindheit war

Bei betagten Menschen gilt es, Erinnerungen an ein altes Brauchtum und an die eigene Kindheit zu wecken. Kuno Feurer berichtet gerne darüber, wie betagte Leute die Weihnachtszeit einst gefeiert hatten. «Bescheidener als heute und meist sehr feierlich.» Mit seinen Erzählungen kommt Feurer immer gut an. Weil für viele Menschen von früher dazu gehörte, dass der Vater oder die Grossmutter Geschichten vorlas oder erzählte, wartet Kuno Feurer immer auch mit einer Erzählung auf. Er sucht aus seiner reichen Sammlung eine aus. Dieses Jahr wählte er jene vom verbitterten Curdin und dessen Weihnachtswunder. Darin erfasst der Autor Christoph Hürlimann, der Pfarrer von Kappel am Albis, die Landschaft und die Menschen des Engadins auf treffende Art.

Naschwerk und Musik

Die älteren Menschen hatten auch nichts dagegen einzuwenden, dass Knecht Ruprecht schliesslich Grittibänzen verteilte und auf den Tischen statt «Öpfel Nuss und Biere» Nüssli, Schokolade und Guezli zum Naschen bereitlagen. In der Alterssiedlung gehört auch Musik zum Klausabend. Wie seit vielen Jahren schon entlockte Markus Dürst seinem Akkordeon viele Oldies, und schliesslich stimmte ein Paar aus England, das in den vergangenen Monaten neu in der Alterssiedlung Wohnsitz genommen hat, Weisen aus seiner Heimat an. Und dann lud Verwaltungsrat Fredi Alder noch zum heissen Imbiss ein.