Mit Rennsau Läckerli auf Festkurs

Die potenziellen Helfer am Eidgenössischen Musikfest im Juni 2011 schlüpfen für einmal in die Rolle von Kindern. Das Zurücktreiben der Basler Rennsauen «Gigi», «Gnagi», «Grunzli», «Joggeli» und «Läckerli» in der Olma-Arena zaubert auch den Grossen ein Lächeln aufs Gesicht.

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St. Galler Vereinsvertreter als Sauentreiber. (Bild: Ralph Ribi)

St. Galler Vereinsvertreter als Sauentreiber. (Bild: Ralph Ribi)

Die potenziellen Helfer am Eidgenössischen Musikfest im Juni 2011 schlüpfen für einmal in die Rolle von Kindern. Das Zurücktreiben der Basler Rennsauen «Gigi», «Gnagi», «Grunzli», «Joggeli» und «Läckerli» in der Olma-Arena zaubert auch den Grossen ein Lächeln aufs Gesicht. Mehr ist nicht drin: Die 15 Athletinnen präsentieren sich am «Qualifying» am Olma-Vorabend noch nicht in Bestform, die St. Galler Vereinsvertreter ebenfalls noch verhalten, was den Helferwillen für das St. Galler Grossereignis mit 22 500 Musizierenden und 200 000 Besuchern angeht.

3000 Helfer gesucht

Olma-Vizedirektor Adi Stuber hat die Idee gehabt: Der St. Galler ist auch Personalchef am Eidgenössischen Musikfest. 3000 Helfer hat Stuber zu rekrutieren: Sie sollen an zwei Wochenenden geschätzte 9000 Mannstunden leisten. «So ein Ereignis hat es in St. Gallen noch selten gegeben», geht Stuber den Anwesenden beim Bier um den Bart. 2000 Mannstunden haben Militär und Zivilschutz für den Auf- und Abbau der Festinfrastruktur bereits zugesagt. «Bleibt vor allem die Betreuung der Musikcorps in den Wettspiellokalen», rechnet Stuber vor.

Als Zückerchen winkt Gruppen ab 15 Helfern ein kleiner Zustupf von fünf Franken pro Mannstunde in die Vereinskasse.

Diese Karte zieht vorläufig noch nicht. 800 Vereine hat Stuber angeschrieben und je zwei Vereinsvertreter am Olma-Vorabend eingeladen. Mit nur zehn Rückmeldungen ist das Echo mehr als bescheiden. Stuber, selber ehrenamtlich fürs Fest tätig, ist enttäuscht. Bis Ende November hätte er seine Helfertruppe gerne beisammen, um die Arbeiten zuteilen zu können.

Davon kann im Moment nicht die Rede sein. «Die Öffentlichkeit weiss kaum, dass der Grossanlass in St. Gallen stattfindet. Geschweige denn, dass wir Helfer suchen.»

6,5 Millionen Umsatz

Der St. Galler alt Nationalrat Felix Walker weiss genau, warum er sich im Musikfest-OK einsetzt. «Der Anlass verdient die Solidarität der St. Galler», sagt der heute mit der Gallusstadt verwurzelte Walliser im Olma-Stall.

Mit 6,5 Millionen Gesamtumsatz rechnet der Finanzchef – «mit 540 angemeldeten Musikvereinen sind wir ertragsseitig klar». Ein gutes Omen: «Auch mit dem Sponsoring sind wir auf der Ziellinie», ergänzt OK-Präsident Hubert Schlegel. Walker hat Erfahrung mit Finanzen, als Finanzchef beim Energie-Grosslieferanten Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg und später als Vorsitzender der Raiffeisen-Geschäftsleitung in St. Gallen.

Edelschwein «Gabi» kümmern die aktuellen Sorgen des Musikfest-OKs nicht. Es säugt seinen Nachwuchs. Auch «Lilly» ist wieder Mutter: In elfeinhalb Jahren hat die Kuh zwölfmal gekalbt – der jüngste Spross mit der Marke «8015» steht auf wackeligen Beinen im Olma-Stall.

Noch acht Monate

Fast acht Monate sind es noch bis zum «grössten Blasmusikfest der Welt». Grosse Begeisterung ist den ohnehin eher zurückhaltenden Ostschweizern noch nicht anzumerken. Nur für die Männerriege Winkeln ist heute schon klar: «Ohne uns geht 2011 nichts!» Christoph Zweili

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