Mit Lustfröschen das Dorf beleben

Mit Visionen und viel Lust will die Altenrheinerin Margot Braun in ihrem Dorf die Geselligkeit fördern. Treffpunkt ist die ehemalige Bäckerei im Restaurant Hirschen. Und bezahlt wird mit Lustfröschen.

Gisela Tobler
Merken
Drucken
Teilen
Margot Braun will mit dem Verein glustig.ch Altenrhein beleben. (Bild: Gisela Tobler)

Margot Braun will mit dem Verein glustig.ch Altenrhein beleben. (Bild: Gisela Tobler)

ALTENRHEIN. Das Konzept ist auf den ersten Blick etwas verwirrend. «Das mag sein», gibt Margot Braun zu und fügt an: «Das regt die Neugierde an. Die soll ruhig geweckt werden, damit die Leute am Donnerstagnachmittag von 14 bis 17 Uhr in unseren Laden kommen. Dort werde ich ihnen meine Ideen sehr gerne näher erklären.» In erster Linie gehe es ihr mit dem Treffpunkt um die Förderung der Geselligkeit, um einen Ort für gemütliches Beisammensein, aber auch für einen Austausch von Gedanken und Waren.

Lust und lustig

Dieser Treffpunkt heisst «glustig.ch», eine Kombination aus Lust und lustig, und befindet sich an der Dorfstrasse 7, wo Margot Braun die Räumlichkeiten und das Schaufenster der ehemaligen «Hirschen»-Bäckerei renoviert und neu eingerichtet hat. Im Laden werden verschiedene Spezialitäten angeboten, unter anderem Blumen, Schmuck und Kokosöl. Es ist vorgesehen, das Sortiment laufend anzupassen. Bezahlt werden kann nicht nur mit Geld, sondern auch mit Lustfröschen. Ein Lustfrosch ist eine Karte im Wert von fünf Franken. Solche kann man im Laden erwerben, als Geschenk erhalten oder als Entgelt für die Mithilfe im Dorfgeschehen bekommen. Gleichzeitig gilt ein Lustfrosch als Eintritt in den sogenannten T-Raum. Dieser befindet sich in der ehemaligen Backstube, wo künftig diverse Veranstaltungen wie Vorträge oder Workshops stattfinden sollen und wo es Getränke und Häppchen gibt. Und wo man auch zusammen Zeit verbringen, spielen, stricken oder Oldies aus einer Jukebox mit Jahrgang 1962 hören kann. Die Eröffnung hat am vergangenen Samstag stattgefunden. Gekommen seien rund achtzig Personen, sagt Margot Braun. Und was sie besonders freut: «Das Echo war durchwegs positiv, der Start ist geglückt.» Diese neue Möglichkeit zur Kontaktpflege werde offensichtlich geschätzt, und viele hätten in Aussicht gestellt, demnächst wieder vorbeizuschauen. Nicht dabei sein konnte Kantonsrat Felix Bischofberger, der sich aber auf Nachfrage ebenfalls wohlwollend äusserte: «Ich befürworte grundsätzlich alles, was sich vorteilhaft auf das Altenrheiner Dorfleben auswirkt.»

Kein Profit

Eins will Margot Braun klarstellen: «Es geht mir nicht ums Geldverdienen. Mich motiviert allein die Lust und Freude, etwas bewirken zu können.» Als Symbol für diese Lust hat sie ihren Spielzeugfrosch aus Kindertagen gewählt, deshalb auch der Name «Lustfrosch» für das interne Zahlungsmittel. «Es ist eine Nonprofitorganisation», sagt sie, «und aus diesem Grund wird demnächst der Verein glustig.ch gegründet.» Auf der gleichnamigen Homepage kann man bereits jetzt alles Wissenswerte nachlesen. «Ich bin ein Phantast mit Visionen», beschreibt sie sich. In das Projekt investiere sie viel Herzblut. «Aus Freude an den Leuten. Und weil Altenrhein meine Heimat geworden ist.» Sie liebe diesen Ort, und es sei ihr ein Anliegen, dass man sich hier wohl fühlen kann.