Mit Jenny und etwas Hockleder

Sitzen gehört zu ihren Hauptbeschäftigungen. Auch während der Fasnacht. Von den abgebildeten Szenen auf die jeweilige Amtsauffassung zu schliessen, ist gewiss nicht verboten.

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Wie man sich bettet, so sitzt man: Die Stadtpräsidenten Müller (links) und Scheitlin machen sich's bequem. (Bilder: Dominik Bärlocher/Andreas Nagel)

Wie man sich bettet, so sitzt man: Die Stadtpräsidenten Müller (links) und Scheitlin machen sich's bequem. (Bilder: Dominik Bärlocher/Andreas Nagel)

Sitzen gehört zu ihren Hauptbeschäftigungen. Auch während der Fasnacht. Von den abgebildeten Szenen auf die jeweilige Amtsauffassung zu schliessen, ist gewiss nicht verboten. Allerdings kann so ein Stapi bei allem Pflichtbewusstsein an der Fasnacht leicht in eine kompromittierende Situation geraten. Das Beispiel Thomas Müller zeigt's.

Die ewige Schatzsucherin

Kaum erwehren kann sich der Stadtpräsident der Hafenstadt an der Cliquenfasnacht nämlich einer sündigen Seeräuberbraut namens Jenny. Unter dem Kostüm verbirgt sich die ehemalige Rorschacher Schatzsucherin Barbara Camenzind, die ihrer Bestimmung noch im Ruhestand nachkommt. Ob sie nun endlich fündig wurde? Wir bleiben garantiert dran an der Geschichte.

An der Rorschacher Fasnacht muss es, gemessen an den zwei Schnappschüssen, jedenfalls eindeutig frivoler zu und her gehen als in St. Gallen. Thomas Scheitlins Begegnung mit einem läufigen Fauteuil mutet im Gegensatz zu Müllers Nahkampfübungen geradezu harmlos an.

Die mobile Sitzgelegenheit übrigens ist Teil eines Berner Quintetts, das sich als «gute Stube» in den hiesigen Fasnachtshochburgen produziert: Am Freitag waren drei Fauteuils Überraschungsgäste bei «Dampf im Kessel» in der Lokremise.

Nicht vom Fauteuil aus

Natürlich schreien die beschriebenen Sitzszenen nach realpolitischer Einordnung. Etwa dieser: Will Scheitlin dereinst auch Rorschach regieren, kann er dies zwar nicht bequem vom Fauteuil aus, Hockleder aber braucht er allemal. Und eine Jenny, die Amtskollege Müller den Abgang etwas versüsst. (an.)