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Mit Hopfen und Malz hantieren

Bierbrauen für Anfänger
Bierbrauen und seine Tücken: Zwei Freiwillige beaufsichtigen die köchelnde Gerste und halten die Temperatur konstant. (Bild: Michel Canonica)

Bierbrauen und seine Tücken: Zwei Freiwillige beaufsichtigen die köchelnde Gerste und halten die Temperatur konstant. (Bild: Michel Canonica)

Lernen, wie man Bier braut – dieser Traum verbindet Menschen wohl über Parteigrenzen hinweg. Rund zehn Personen sind am Mittwoch der Einladung der GLP Gaiserwald zum Bierbrau-Abend im evangelischen Pfarreiheim Abtwil gefolgt. Nicht nur Parteigänger, wie sich herausstellt. «Es soll heute auch nicht um Politik gehen, sondern um Geselligkeit», betont Felix Bühler, Präsident der Ortssektion. Sogar Auswärtige sind dabei.

Lernen können die Teilnehmer heute vom Experten. Markus Berger hat als Hobbybrauer begonnen und sich nach und nach eine eigene Brauerei aufgebaut. Seine Brauerei Gambino Brewing verkauft hauptsächlich an pri­vate Abnehmer. «Bier brauen kann jeder», sagt der Braumeister aus Abtwil. Ist Bierbrauen wirklich so simpel? Der vorbereite Tisch im Saal hat etwas von einem Labor: Nebst Gerste und Hopfen stehen Thermometer und Messbecher, verschiedenes Messgerät und eine Herdplatte bereit. Als Berger den Teilnehmern von Enzymen und Hefe erzählt, gleicht der Abend fast einer Chemielektion. Und wie bei einem Experiment, setzt Berger die Theorie in Praxis um: Zwei Freiwilligen trägt er auf, Wasser auf 67 Grad zu erhitzen und darin dann die Gerste rund eine halbe Stunde köcheln zu lassen. «So lösen wir den Zucker aus der Gerste. Aus diesem Zucker entsteht dank Hefe später der Alkohol.» Klingt simpel, ist es aber nicht. Mehr als einmal steigt das Thermometer bedrohlich, und die Pfanne muss von der Platte genommen werden. «Warum ist die Temperatur so wichtig?», will ein Teilnehmer wissen. «Damit die Enzyme optimal arbeiten können», erklärt Berger. Wer ­einen bestimmten Bierstil erreichen will, muss also von Anfang an penibel auf jeden Schritt ­achten. «Zwar kann jeder Bier ­brauen, aber es birgt eben doch seine Tücken.» Während der Sud vor sich hinköchelt, führt Berger weiter aus: «Wer das volle Aroma eines Biers kosten will, sollte es aus dem Glas trinken.» Auch dieser Ratschlag wird sogleich in die Praxis umgesetzt: Berger offeriert bei jedem Arbeitsschritt ein ausgewähltes Bier zur Degustation, angefangen mit einem hauseigenen Lager. Berger weiss, wie er das Publikum abholt. Seine Erklärungen werden mit jedem Schluck anschaulicher.

Beim zweiten Arbeitsschritt sollen die Teilnehmer dem Sud etwas Hopfen hinzufügen. Passend dazu wird ein Indian Pale Ale gereicht, ein hopfiges, angenehm bitteres Bier mit etwas erhöhtem Alkoholgehalt. «Es gibt Hunderte Arten von Hopfen, und jede hat einen ganz speziellen Einfluss auf das Resultat», sagt Berger. «Auch hat er eine antibakterielle Wirkung.» Der Abend wird doch noch politisch: Vom Hopfengeruch an Hanf erinnert, beginnen die Teilnehmer sogleich eine Diskussion über die Legalisierung von Cannabis. «Tatsächlich gehört Hopfen zur gleichen Familie wie Hanf», weiss Berger.

Zum Abschluss wird der Gerste-Hopfen-Sud, genannt Würze, in desinfizierte Flaschen gefüllt. Trinkfertig ist er noch nicht. «Dafür braucht es noch einige Wochen Reifezeit.» Neujahr wird dann angestossen. (tso)

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