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Mit Herzblut durchhalten

GOSSAU. Mit einem Privatkonzert und über tausend Gästen feiert die Gossauer Firma Schwizer, dass es sie seit 75 Jahren gibt. Bruno Schwizer erzählt, was das Geheimnis des Familienunternehmens ist.
Nina Rudnicki
Die Chefs bei Schwizer zwischen Garderobenschränken – nur eines der Produkte, die die Firma herstellt. Vorne sitzend Bruno Schwizer. Im Rücken seine Brüder Stefan und Kilian Schwizer (r.). Auf beiden Seiten aussen positioniert die Geschäftspartner René Müggler und Markus Beeli (r.). (Bild: Urs Jaudas)

Die Chefs bei Schwizer zwischen Garderobenschränken – nur eines der Produkte, die die Firma herstellt. Vorne sitzend Bruno Schwizer. Im Rücken seine Brüder Stefan und Kilian Schwizer (r.). Auf beiden Seiten aussen positioniert die Geschäftspartner René Müggler und Markus Beeli (r.). (Bild: Urs Jaudas)

GOSSAU. So stark wie das Beil auf dem St. Galler Wappen sollte seine Firma einst werden. Das schwebte Kilian Schwizer vor, als er 1937 eine Bauspenglerei gründete. Heute, 75 Jahre später, gibt es das Gossauer Familienunternehmen noch immer. Es ist in fester Hand seiner drei Söhne. Auch zwei Geschäftspartner sind hinzugekommen. Denn aus der Bauspenglerei Schwizer sind mittlerweile fünf Aktiengesellschaften mit rund 75 Mitarbeitern hervorgegangen.

Ideen zum richtigen Zeitpunkt

Bruno Schwizer, der älteste der Söhne, sitzt nach Feierabend in seinem Büro. In der Hand hält er zwei Tickets für das Konzert des Tenor-Quartetts I Quattro, das am Montag an der 75-Jahr-Feier der Firma auftreten wird. Über 1000 Gäste sind eingeladen. Die Vorfreude sei gross, sagt Schwizer. Denn 75 Jahre, das sei für alle speziell und Anlass, darüber nachzudenken, wie alles begann. «Dass wir Söhne in die Fussstapfen unseres Vaters treten, hat sich damals automatisch ergeben», sagt Bruno Schwizer. Es sei selbstverständlich gewesen, dass er als Grundausbildung eine Sanitärlehre und der mittlere Bruder Kilian eine Spengler- und Werkzeugmechanikerlehre gemacht habe. Der jüngste Bruder Stefan sei an die HSG gegangen und habe sich später auf EDV spezialisiert. «Wir sind wie die Einzelteile des St. Galler Beiles, wie unser Vater immer sagte. Zusammengebunden sind wir stark», sagt Bruno Schwizer. Daran hätten sie sich bis heute gehalten. Auch wenn es mal nicht so gut lief. Der Alltag eines Unternehmers habe nämlich nicht nur «Schoggiseiten». «16-Stunden-Tage gehören dazu. Genauso wie schlaflose Nächte, etwa während einer Baukrise», sagt er, zumal man seinen Mitarbeitern gegenüber eine Verantwortung trage. Gerade in solchen Zeiten hat sich Bruno Schwizer immer wieder an die Ratschläge seines Vaters gehalten: Herzblut, Durchhaltevermögen, Weiterbildung und Innovation. «Man muss zum richtigen Zeitpunkt neue Ideen haben.» Wie der Vater, der in den 40er-Jahren begonnen habe, Elektro-Futterkocher für Schweine zu produzieren. Eine Neuheit, da das Futter in den Kochern nicht mehr anbrannte. «Fast jeder Ostschweizer Landwirt wird wohl so einen gehabt haben», sagt Bruno Schwizer. Heute seien die Geräte wegen des Trockenfutters nicht mehr gefragt.

Loslassen statt klammern

Veränderungen in der Gesellschaft gebe es viele, da müsse man sich anpassen. «Und aufpassen, dass man nicht betriebsblind wird», sagt Bruno Schwizer. Deshalb war es auch beschlossene Sache, dass er und seine zwei Brüder sich nicht im eigenen Familienbetrieb ausbilden liessen, sondern erst nach der Lehrzeit mit neuen Ideen ins Familienunternehmen zurückkehrten. «Man muss sich von alten Gewohnheiten auch mal lösen. Sonst hat man verloren», sagt er. So haben sich die drei Brüder mittlerweile damit abgefunden, dass ihre eigenen Kinder nicht denselben Weg wie ihre Väter einschlagen wollten. Mit einem Augenzwinkern sagt Bruno Schwizer: «Vielleicht haben unsere Kinder gesehen, wie viel sie arbeiten müssten.» Denn neben der Mutterfirma Kipa K. Schwizer AG, die Garderobenschränke aus Metall produziert, gibt es die Schwizer Haustechnik AG mit der Sanitär- und der Badeweltenabteilung, die Schwizer Spenglerei und Dach AG sowie die Schwizer Management AG und die Schwizer Immobilien AG. «Wenn die Kinder nicht wollen, ist die einzige Lösung, langjährige Mitarbeiter zu Geschäftspartnern zu machen.» So sei die Zukunft der Firma gesichert. Und Bruno Schwizer kann sich, wenn er im nächsten Jahr 65 wird, beruhigt aus dem Geschäft zurückziehen. «Genau wie mein Vater damals.»

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