Mit Herzblut Andwiler

ANDWIL. Nach 16 Jahren ist Eugen Ledergerber als Präsident der Ortsgemeinde Andwil zurückgetreten. Die gesellschaftlichen Anlässe habe er stets geschätzt. Sie zeigten ihm, dass Andwil «aktiv ist».

Giulia Satiro
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Eugen Ledergerber hat sich als Ortsgemeindepräsident oft mit der Waldpflege auseinandergesetzt. (Bild: Urs Jaudas)

Eugen Ledergerber hat sich als Ortsgemeindepräsident oft mit der Waldpflege auseinandergesetzt. (Bild: Urs Jaudas)

Wenn Eugen Ledergerber durch die Strassen von Andwil spaziert, kennt er jeden. Und jeder kennt ihn. Vor 19 Jahren ist er von Arnegg nach Andwil gezogen und nach drei Jahren Ortsgemeindepräsident geworden. Auf Ende vergangenen Jahres hat der Familienvater nun – nach 16jähriger Tätigkeit – sein Amt abgegeben. Etwas wehmütig, wie er sagt. Neuer Präsident ist Cyrill Keller, Sohn von Ledergerbers Vorgänger Franz Keller.

Den Leuten aus dem Dorf nahe

Ledergerbers grosses Engagement in der Ortsgemeinde, aber auch in vielen Vereinen und in seiner Holzbaufirma hat ihn so bekannt gemacht. «Ich lerne die Leute vor Ort kennen – etwa bei Hausrenovationen oder bei Dorfanlässen, bei denen ich mitwirke.» So war er nebst seiner Tätigkeit als Ortsgemeindepräsident auch anderweitig im Dorf engagiert – als langjähriges Mitglied des Seifenkistenrennen-OK, beim Pfarreifest und als Baumeister beim Kino Open Air sowie bei der Thearteria.

Eine starke Ortsgemeinde

Ledergerber war 35 Jahre alt, als er für das Präsidium angefragt wurde. Einen Präsidenten zu finden sei schwierig, denn «von den 120 Andwiler Ortsbürgern sind die meisten miteinander verwandt», erzählt er. «Doch innerhalb der Kommission darf niemand verwandt sein.» Als gelernter Zimmermann mit eigener Holzbaufirma brachte Ledergerber gute Voraussetzungen für das Amt mit. «Denn die Hauptaufgabe der Ortsgemeinde ist der Forstbetrieb. Mit meinem Bezug zum Holz war das eine perfekte Kombination.»

An seine Amtszeit erinnert sich Ledergerber gern. «Der Frondienst-Tag, an dem viele Bürger mithelfen, den Wald zu erhalten, wird mir in bester Erinnerung bleiben. Aber auch die zahlreichen Hauptversammlungen mit anderen Ortsgemeinden und weitere gesellschaftliche Anlässe.» Er erlebte aber auch schwierige Zeiten. «Ein einschneidender Moment war, als 1999 der Sturm Lothar 1000 Kubikmeter Wald zerstörte», sagt er. In der heutigen Zeit, in der viele Ortsgemeinden an Bedeutung verlieren, blickt Ledergerber für Andwil positiv in die Zukunft. «Es gibt viel Druck vom Kanton auf unsere Ortsgemeinde. Neue Gesetze und die tiefen Holzpreise machen es uns auch schwerer.» Doch die Ortsgemeinde Andwil habe einen eigenen Betrieb und aktive Mitglieder. «Das macht uns stark.»

Weiterhin engagiert

Ledergerber ist auch nach seinem Rücktritt ein vielbeschäftigter Mann. Noch während des Gesprächs klingelt das Natel dreimal. Ausserdem sucht ein Angestellter seinen Rat. Als er schliesslich zur Baustelle ins Dorf geht, grüsst er die Vorbeigehenden. Ledergerber wird weiterhin kein Unbekannter in Andwil sein. Und er wird sich auch in Zukunft für das Dorf und die Ortsgemeinde «mit Herzblut» engagieren.

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