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Mit Hanfanbau direkt in den Ruin

Ein 32jähriger Mann wollte mit dem Anbau von Hanf seine Schulden sanieren. Damit hat er sich aber nur einen noch grösseren Schuldenberg und eine Verurteilung durchs Kreisgericht St. Gallen eingehandelt.
Claudia Schmid

Das Gericht verurteilte den teilweise in der Schweiz aufgewachsenen Staatsbürger von Serbien-Montenegro wegen mehrfacher qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Es sprach eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten mit einer Probezeit von drei Jahren aus. Die Kosten des Verfahrens betragen rund 53 000 Franken. Sie muss der Beschuldigte bezahlen. Auf eine vom Staatsanwalt beantragte Ersatzforderung wurde verzichtet.

Plantagen in vier Ortschaften

Die Polizei entdeckte im Oktober 2013 in einer Garage an der Zürcher Strasse in St. Gallen eine Hanfplantage mit 417 Pflanzen. Bald stellte sich heraus, dass der Beschuldigte der Betreiber dieser Plantage sein musste. Die Staatsanwaltschaft eröffnete daraufhin ein Strafverfahren gegen ihn und nahm die Ermittlungen auf. Dabei zeigte sich dann, dass der 32-Jährige am Betrieb von mehreren Hanfplantagen in St. Gallen, Waldstatt, St. Margrethen und Egnach beteiligt war. Mit von der Partie im illegalen Geschäft waren verschiedene Mittäter.

Keinen Lohn mehr erhalten

Nachdem sein früherer Arbeitgeber Konkurs gegangen sei, habe er für seine Arbeit keinen Lohn mehr erhalten, erklärte der Beschuldigte an der Verhandlung am Kreisgericht St. Gallen. Er habe dadurch seine Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Die Schuldenspirale habe sich immer schneller gedreht, und so sei ihm halt die Idee mit dem Anbau von Hanf gekommen. Mit dem Verkauf des Cannabis habe er gehofft, seine Schulden sanieren zu können.

Das Hanfgeschäft floppte

Allerdings floppte das Geschäft gemäss den Aussagen des Mannes. Beispielsweise sei die Ernte in einer Garage an der Mühlenstrasse in St. Gallen wegen ungünstiger Anbaubedingungen schlecht ausgefallen. Er habe viel in die Anlagen investieren müssen und sei dann auch mit dem Bezahlen der Mieten in Rückstand geraten. Sein Schuldenberg habe daher zu- statt abgenommen. Er belaufe sich zurzeit auf rund 300 000 Franken.

30 Kilogramm geerntet?

Der Staatsanwalt stellte sich auf den Standpunkt, dass der Beschuldigte mehr Cannabis geerntete hatte, als er angab. Er kam auf rund 30 Kilogramm mit einem Ertrag von über 140 000 Franken. Das Gericht habe deshalb eine angemessene Ersatzforderung zugunsten des Staates festzusetzen.

Der Verteidiger forderte eine milde Bestrafung. Sein Mandant habe sofort ein vollumfängliches Geständnis abgelegt und zeige Reue. Die Staatsanwaltschaft sei bei der Festsetzung des beantragten Strafmasses von viel zu hohen Gewinnen aus dem Cannabisgeschäft ausgegangen.

Talent richtig einsetzen

Neben den Hanfplantagen baute der Beschuldigte mit einem Geschäftspartner auch ein legales Unternehmen auf, das unterdessen recht gut läuft. Offensichtlich habe der Angeklagte ein Talent fürs Geschäft, vermerkte einer der Richter. Er sei gut beraten, wenn er das Talent künftig ausschliesslich für legale Unternehmungen einsetze.

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