Mit Händen und Füssen

Ein Konzert des einheimischen Musikers Jürg Schmid beschloss den Orgelfrühling in der Mauritiuskirche.

Drucken

Goldach. Der insgesamt vier Konzerte umfassende Orgelfrühling in der katholischen Mauritiuskirche zeigte den Musikfreunden die vielfältigen Möglichkeiten der neuen Späth-Orgel. Prominente Orgelmusiker aus dem In- und Ausland und das Collegium Vocale hatten die ersten drei Konzerte bestritten. Der einheimische Organist Jürg Schmid, der den Orgelfrühling initiiert hatte, beschloss am Freitagabend die Konzertreihe und bewies, mit welcher Virtuosität auch er sein Instrument mit Händen und Füssen beherrscht.

Werke von Bach-Vorgängern

Die zahlreichen Musikfreunde, von welchen viele sämtliche vier Konzerte genossen hatten, freuten sich, Musik alter und neuerer Meister zu hören. Mit leichten Melodien, einer Toccata und einer Fantasia von Johann Pachelbel und einer Fuge von Dieterich Buxtehude wurde das von Pastoralassistent Richard Schmidt kommentierte Konzert eröffnet.

Der Nürnberger Meister Pachelbel und sein Lübecker Zeitgenosse Buxtehude hatten beide schon vor Johann Sebastian Bach, dem wohl grössten Orgelkomponisten aller Zeiten, gewirkt und dessen Schaffen mit beeinflusst. So soll der junge Johann Sebastian Bach, von welchem im Goldacher Konzert das Präludium und die Fuge a-Moll erklang, einst weit gereist sein, um Dieterich Buxtehude zu hören. Der Liechtensteiner Josef Gabriel Rheinberger erwies Bach mit einer Fughette in C die Ehre.

Etude pour pédale seule

Man hört es relativ selten, dass eine Orgelmelodie allein mit den Füssen gespielt wird. Jürg Schmid wartete beinahe am Schluss des Konzerts mit einer solchen Überraschung auf. Er hatte dazu das «Halleluja» aus einer Etude des 1991 84jährig verstorbenen Jean Langlais gewählt. Mit Léon Boellmanns melodischer Suite opus 25 wurde der Orgelfrühling 2010 abgeschlossen.

Bereits jetzt freut man sich auf das vom Waldhornisten Zoltan Holb und Jürg Schmid an der Orgel gestaltete Emporenkonzert vom 25. Juni. (pb.)