Mit Fremden in die Ferien

RORSCHACH. Die Katholische Kirche Region Rorschach veranstaltet Generationenferien in Laax. Die Religionspädagogin Adriana Fässler ist überzeugt, dass die verschiedenen Teilnehmer voneinander profitieren und lernen können.

Jolanda Riedener
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Adriana Fässler Religionspädagogin, Katholische Kirche Region Rorschach (Bild: jor)

Adriana Fässler Religionspädagogin, Katholische Kirche Region Rorschach (Bild: jor)

«Die verschiedenen Generationen leben immer mehr in ihren eigenen Welten», sagt die Religionspädagogin Adriana Fässler. Vor diesem Hintergrund organisiert sie zusammen mit der Seelsorgerin Anna Maria Frei für die Katholische Kirche Region Rorschach im Sommer erstmals Generationenferien. In der letzten Schulferienwoche, vom 8. bis 13. August 2016, sollen verschiedene Personen miteinander die Ferien in einem Haus in Laax verbringen. «Alle sind zu den Generationenferien eingeladen, Einzelpersonen, Familien oder Paare», sagt Fässler. Man müsse auch nicht Mitglied der katholischen Kirche sein, einzig Kinder müssen in Begleitung eines Erwachsenen teilnehmen.

Verständnis fördern

Die Idee hinter dem Konzept sei, dass verschiedene Personen, die sich vielleicht nicht kennen, eine tolle Woche miteinander verbringen. Adriana Fässler ist der Meinung, dass so auch das gegenseitige Verständnis zwischen den Generationen zunimmt. «Das eigene Bild der anderen Generation kann neu entdeckt werden. Ältere Menschen können so erfahren, was die Jungen bewegt», sagt Adriana Fässler. Die Katholische Kirche bietet dazu die Infrastruktur: «Kirche findet auch im Leben statt und ist nicht an ein Gebäude gebunden», sagt Fässler. Zentral in dieser Woche sei, dass die Teilnehmer sich gegenseitig auch helfen und einander unterstützen.

Adriana Fässler Religionspädagogin, Katholische Kirche Region Rorschach (Bild: jor)

Adriana Fässler Religionspädagogin, Katholische Kirche Region Rorschach (Bild: jor)

Gemeinsame Kinderbetreuung

Warum aber soll man mit so unterschiedlichen, fremden Menschen die Ferien verbringen? Adriana Fässler hat an einem ähnlichen Ferienkonzept bereits selber teilgenommen. «Es sind verschiedene Facetten, die das Zusammenleben bereichern können», sagt Fässler. «Gerade für alleinerziehende Eltern oder Familien können diese Ferien eine Entlastung sein.» Die Kinder können gemeinsam betreut werden. Ausserdem sei die Infrastruktur bereits vorhanden, «es gibt nicht viel zu planen». Für Einzelkinder gebe es bei diesem Ferienkonzept die Möglichkeit, mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen. Auch für Einzelpersonen bietet sich die Möglichkeit, Ferien mit anderen statt alleine zu erleben. «Wer es wagt, etwas Neues auszuprobieren, profitiert und lernt auch Neues», sagt die Religionspädagogin.

Auch Platz für Freiraum

Die Aktivitäten können spontan und individuell durchgeführt werden. Spazieren, Wandern, Baden, Velofahren, Fussballspielen oder bei schlechtem Wetter ins Hallenbad gehen – die Möglichkeiten in Laax sind vielfältig. «Einziger Fixpunkt ist das gemeinsame Abendessen», sagt Adriana Fässler. Freiraum und die Erfüllung individueller Bedürfnisse der Teilnehmer seien gewährleistet, es gebe genügend Zimmer im Ferienhaus Casa Caltgera. Wie die Woche gestaltet wird, ist Sache der Teilnehmer: «Eigene Ideen einzubringen ist erwünscht.» Wer an den Generationenferien teilnehmen möchte, sollte laut Adriana Fässler auf jeden Fall über ein gewisses Mass an Offenheit und Unkompliziertheit verfügen. Ausserdem müssen alle im Haus mithelfen, «ganz nach den eigenen Fähigkeiten».

Verschiedene Generationen sollen in diesem Haus in Laax zusammen kochen, lachen und spielen. Adriana Fässler bringt sie zusammen. (Bild: pd)

Verschiedene Generationen sollen in diesem Haus in Laax zusammen kochen, lachen und spielen. Adriana Fässler bringt sie zusammen. (Bild: pd)