Mit Fahrverbot nicht einverstanden

Beim Schuepisweg in Waldkirch soll es bald ein Fahrverbot geben. Dagegen regt sich jedoch Widerstand – beim Kanton wurde mehrmals rekurriert. Anwohner befürchten, dass die Gemeinde mit dem Fahrverbot ganz andere Ziele verfolgt.

Manuela Bruhin
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Anwohner befürchten einen Radweg entlang des Schuepiswegs. (Bild: Manuela Bruhin)

Anwohner befürchten einen Radweg entlang des Schuepiswegs. (Bild: Manuela Bruhin)

WALDKIRCH. Ein geplantes Fahrverbot auf dem Schuepisweg in Waldkirch sorgt für Gesprächsstoff. Die Strasse war einige Jahre in einem schlechten Zustand. Ein entsprechendes Ausbauprojekt hätte knapp 100 000 Franken gekostet, die im Herbst 2014 gewählte Ausführung verursachte Kosten von rund 11 000 Franken. Gleichzeitig wurde auch ein neuer Unterhaltsverteiler erarbeitet, der inzwischen rechtskräftig geworden ist und jene Grundeigentümer berücksichtigt, die auf die Nutzung angewiesen sind. Bereits Mitte Jahr wurden die Grundeigentümer darüber informiert, dass beabsichtigt sei, ein Fahrverbot, ausgenommen des land- und forstwirtschaftlichen Verkehrs, zu erlassen. Dagegen gab es keinen Widerstand, so Gemeindepräsident Franz Müller. «Umso mehr überraschten dann die drei Rekurse», erklärt er weiter. «In einem Fall wurde der Rekurs erhoben, obwohl im Vorverfahren das Fahrverbot begrüsst wurde.» Im anderen Fall fand kurz vor Weihnachten eine Besprechung statt, die laut Müller dazu geführt haben dürfte, dass auf die Bezahlung des Kostenvorschusses für die Behandlung von zwei Rekursen verzichtet werde.

Keine Verkehrsstrasse

Die Gemeinde Waldkirch vertritt die Meinung, dass das künftige Fahrverbot alles andere als einschneidend sei. Schliesslich hätten in der Vergangenheit, mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, eher selten Personenfahrzeuge oder gar schwerere Gefährte die Strasse passiert. Auch in Zukunft soll der Schuepisweg zu keiner grossen Verkehrsstrasse werden. Müller: «Da der Weg aber von vielen Wanderern benutzt wird, haben wir ihn instand gestellt.»

Radweg angestrebt?

Diese Aufwertung macht jedoch nicht alle glücklich. «Es ist überflüssig», erklärt eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden will. Die Vermutung liege nahe, dass die Gemeinde nicht ein Fahrverbot im eigentlichen Sinn anstrebe. «Wir denken, dass es vielmehr um einen Radweg geht, der entlang des Schuepiswegs führen soll», so die Anwohnerin weiter. Der Radweg seitlich der Hauptstrasse Richtung Bernhardzell sei nämlich vom Kanton nicht bewilligt worden – also wäre der Schuepisweg eine Alternative. «Wir wollen, dass die Fakten seitens der Gemeinde ehrlich auf den Tisch gelegt werden. Und nicht unter dem Deckmantel einer Instandstellung ganz andere Ziele verfolgt werden.»

Verbindungsweg sanieren

Die Gemeinde Waldkirch wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Ein weiterer Ausbau der Schuepisstrasse sei weder geplant noch vorgesehen. Müller: «Im Mitteilungsblatt wurde darauf hingewiesen, dass der Geh- und Radweg zwischen Edlischwil und Bernhardzell noch längere Zeit auf sich warten lässt.» Dies, obwohl sich der Gemeinderat immer wieder dafür einsetzen würde. Er habe sich nun dafür ausgesprochen, den Verbindungsweg Bernhardzell – Dicken – Loo – Tierlihuebstrasse – Vögeliberg – Schuepis – Chenner in zwei Abschnitten zu sanieren. Trotz der nicht ganz einfachen Situation ist Müller optimistisch, dass an den Rekursen nicht festgehalten wird. Andernfalls müssten die Rekurrenten einen Kostenvorschuss leisten. Derzeit liegt das Anliegen beim Kanton.