Mit Elektronik der Jugend helfen

Seit 23 Jahren betreibt der Fifty-One-Club Mörschwil das Jugend-Elektronik-Zentrum in St. Gallen. Die praxisorientierte Ausbildung setzt da an, wo jene der Schule aufhört.

Raffael Hirt
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Kinder und Jugendliche lernen im Jugend-Elektronik-Zentrum, mit Werkzeug und Geräten umzugehen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Kinder und Jugendliche lernen im Jugend-Elektronik-Zentrum, mit Werkzeug und Geräten umzugehen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Mörschwil. «Heute bauen wir einen Lügendetektor», verkündet Kursleiter Franz Sigg den zehn Kindern, die sich im Jugend-Elektronik-Zentrum (Jez) eingefunden haben. Normalerweise seien die Kursteilnehmer deutlich älter, sagt Sigg. «Aber wir versuchen, über den Ferienpass ein paar Kindern einen längeren Jez-Kurs schmackhaft zu machen.» Die nächsten Kurse starten nach den Sommerferien. Dank ihnen können Jugendliche erste Erfahrungen in Elektrotechnik und Elektronik sammeln. «Ein solcher Service existiert sonst fast nirgends», sagt Alfred Hugelshofer. Er ist Präsident des Mörschwiler Fifty-One-Clubs, der das Jez betreibt (siehe Kasten).

Dienst an der Jugend

Seit 23 Jahren gibt es die Mörschwiler Sektion des ursprünglich aus Belgien stammenden Service-Clubs. «Während dieser Zeit war die Nachhaltigkeit unser roter Faden», sagt Hugelshofer. Dies sei vor allem im Sinne von Jugendförderung zu verstehen. Darum gründete der Club gleich in der ersten Sitzung das Jez. «Wir wollten etwas Einzigartiges gründen und nicht einfach einen Fussballclub unterstützen, von denen es zahlreiche gibt», erläutert Präsident Hugelshofer die Beweggründe. Aber eigentlich sei das Jez aus dem Nichts heraus entstanden, sagt Franz Sigg, der das Zentrum heute leitet. «Wir sahen ein ähnliches Projekt in Basel und waren begeistert von der Idee.»

«Modernste Technologie»

Heute sei das Jez «absolut up to date», betont Sigg. Man verfüge über modernste Technologie und professionelle Instruktoren, von denen früher selbst viele im Zentrum Kurse besucht hätten.

Die Ausbildung ergänze den Schullehrplan um praktische Elemente. «Darum haben unsere Absolventen einen grossen Vorteil bei der Lehrstellensuche», ist Sigg überzeugt.

«Schon 600 Diplome ausgestellt»

«Und für den Lehrmeister bringt diese Vorausbildung unter dem Strich bares Geld», sagt Sigg. «Immerhin wissen unsere rund 600 Absolventen bereits, wie man mit Werkzeug und Geräten umgeht.» Daher seien die Jez-Diplome bei Firmen der Region gern gesehen. Insgesamt sei das Jez also ein Erfolg, sagt Hugelshofer.

Zukunft von 51 und Jez

Um den Fifty-One-Club, der das Jez noch immer führt, steht es indes nicht so gut wie um sein Projekt. Erst kürzlich hat die Verbindung aufgrund von Unstimmigkeiten rund 20 Mitglieder verloren.

Trotzdem sieht Club-Präsident Hugelshofer der Zukunft positiv entgegen. «Wir versuchen ständig, dem Club durch neue Mitglieder neues Leben einzuhauchen. Ideal wären fünf bis zehn weitere Mitglieder.» So könnten auch weitere Produkte unterstützt werden. «Die Jugendförderung im Bereich Elektronik ist und bleibt allerdings unser wichtigstes Ziel», sagt Alfred Hugelshofer.