Mit einer Schlappe in die 3. Liga

Fünf Jahre nach dem Aufstieg tritt der FC Goldach wieder den bitteren Weg in die 3. Liga an. Ein 1:7 auswärts gegen das ambitionslose Tägerwilen besiegelt das Schicksal der St. Galler. Schon nach 25 Minuten ist Goldach 0:4 im Rückstand.

Bernhard Eugster
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Enttäuschte Goldacher Spieler nach der 1:7-Niederlage in Tägerwilen, die den Abstieg aus der 2. Liga zur Folge hat. (Bild: Donato Caspari)

Enttäuschte Goldacher Spieler nach der 1:7-Niederlage in Tägerwilen, die den Abstieg aus der 2. Liga zur Folge hat. (Bild: Donato Caspari)

FUSSBALL. Bereits die Ausgangslage war für Goldach, das Team des zu Winkeln wechselnden Trainers René Brandenberger, nicht ideal. Drei Punkte Rückstand auf Rebstein, einer auf Calcio Kreuzlingen. Die beiden direkten Kontrahenten trafen ebenfalls auf Mannschaften, für die es um nichts mehr ging. Goldach spielte in der letzten Runde der 2. Liga regional im Thurgau gegen das formstarke Tägerwilen. Wie bereits in der Vorwoche beim wegweisenden Heimspiel gegen Wängi verhiess die Personalsituation nichts Gutes. Erneut eine lange Verletztenliste, erneut war Goalgetter Lorin Hüttenmoser nicht im Vollbesitz seiner Kräfte – und trotzdem gab es wieder Absenzen aus «persönlichen Gründen» zu beklagen.

B-Junior auf der Bank

Die Goldacher Bank mit zwei Spielern aus der 4. Liga und einem B-Junior war denn auch nicht so stark besetzt. Waren die ersten zehn Minuten noch einigermassen ausgeglichen, stürzten die Thurgauer in der nächsten Viertelstunde die Gäste in die 3. Liga. Mal um Mal spielten sich die Tägerwiler scheinbar ohne Gegenwehr durch die Goldacher Abwehr und führten nach 25 Minuten 4:0. Goldach hatte gar nichts entgegenzusetzen. Erst als Tägerwilen nach der Pause Tempo aus der Partie nahm, war das Spiel ausgeglichener. Rico Meister erzielte das letzte Tor in dieser Saison für Goldach.

Mit dem Schlussresultat von 1:7 kam Goldach noch fast glimpflich davon. Goldach war meilenweit von einem Punktgewinn entfernt, so dass es gar nie in Versuchung kam, die Resultate auf den anderen Plätzen zu verfolgen. Bitter für Goldach ist, dass es als Drittletzter der Tabelle – nur wegen drei Interregio-Absteigern aus der Ostschweiz – absteigen muss. Die Goldacher müssen sich jedoch an der eigenen Nase nehmen. Die ersten 14, 15 Spieler weisen ein gutes Niveau auf, es fehlte jedoch die Breite im Kader. So konnte Trainer Brandenberger einerseits kaum auf die Verletzungsmisere reagieren. Anderseits wäre aber auch so der Ligaerhalt problemlos erreichbar gewesen. Am viertletzten Spieltag führten die St. Galler auswärts gegen Leader Uzwil eine Viertelstunde vor Schluss 2:0. Dann verletzte sich Torgarant Hüttenmoser. Uzwil glich aus, die direkten Kontrahenten begannen zu gewinnen, und Goldach verlor alle drei ausstehenden Partien. Doch auch in der Vorrunde verschenkte Goldach zahlreiche Punkte in den Schlussminuten.

Roman Hafner gefordert

Goldach hat mit seinem Modell, auch in der 2. Liga keinen Spieler finanziell zu entschädigen, einen derben Rückschlag erlitten. Da aber auswärtige Spieler nicht angezogen werden und praktisch das ganze Team einen engen Bezug zum Club hat, haben bereits 14 Spieler für die nächste Saison zugesagt.

Mit dem neuen Trainer Roman Hafner, der mit Diepoldsau-Schmitter in der 2. Liga interregional sehr erfolgreich war, gilt es, rasch wieder vorwärtszuschauen und in der nächsten oder übernächsten Saison wieder aufzusteigen.