Mit ein paar Klicks zum Platz

Der Druck auf den öffentlichen Raum nimmt immer mehr zu: In den letzten zwölf Jahren hat sich die Zahl der Veranstaltungen mehr als verdoppelt. Eine Internetplattform soll das Bewilligungsverfahren nun vereinfachen.

Malolo Kessler
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Das St. Galler Fest: Auch diese Grossveranstaltung muss jedes Jahr von der Stadtpolizei bewilligt werden. (Archivbild: Urs Jaudas)

Das St. Galler Fest: Auch diese Grossveranstaltung muss jedes Jahr von der Stadtpolizei bewilligt werden. (Archivbild: Urs Jaudas)

Fasnacht und Föbü-Verschuss, Sufo und St. Galler Fest, Weihnachtsmarkt, Bauernmarkt, Ökomarkt: Hunderte von Veranstaltungen finden jedes Jahr im öffentlichen Raum statt. Und sie alle müssen bewilligt werden. Nun hat die Stadt eine Internetplattform geschaffen, mit der das Bewilligungsverfahren vereinfacht und transparenter gestaltet werden soll.

Zunahme von kleinen Anlässen

Der Druck auf den öffentlichen Raum habe in den letzten Jahren enorm zugenommen, sagte Walter Schweizer, Leiter Bereich Bewilligungen bei der Stadtpolizei, bei der gestrigen Vorstellung zu den Medien. Die Zahlen machen diesen «enormen Druck» deutlich. Zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2011 hat sich die Zahl der Bewilligungen, welche die Stadtpolizei ausgestellt hat, mehr als verdoppelt. Die Zahl der Grossveranstaltungen – dazu gehören etwa St. Galler Fest, New Orleans und Eidgenössisches Musikfest – blieb mehr oder minder konstant. Im Schnitt verbuchte die Stadtpolizei 27 Grossanlässe pro Jahr. Kleinere und mittlere Anlässe – Aktionen von gemeinnützigen, kulturellen und politischen Organisationen – nahmen hingegen deutlich zu. Waren es im Jahr 2000 noch 373 solcher Anlässe, bewilligte die Polizei 2011 deren 827.

Was auf welchem Platz gilt

Wer eine Veranstaltung organisieren möchte, muss wie bislang online ein Gesuch für eine Bewilligung einreichen. Mit der neuen Plattform, sie ist unter «Wirtschaft und Arbeit» auf www.stadt.sg.ch zu finden, kann nun aber jeder sehen, was wann und wo bewilligt wurde. Und welcher Ort noch für einen Anlass zu haben wäre.

Zu jedem «Eventplatz» in der Innenstadt, aufgeführt sind insgesamt 17, können zudem die «Belegungsregeln» abgerufen werden. Der Platz bei der Post am Brühltor beispielsweise darf maximal an drei Wochenenden hintereinander und an nicht mehr als 80 Tagen pro Jahr benutzt werden. Auch wie laut die Musik sein darf und in welchem Fall mobile WCs bereitgestellt werden müssen, können Veranstalter bei den Regeln sehen. Telefonische Abklärungen oder Besuche auf den Polizeiposten vor dem Ausfüllen eines Bewilligungsgesuchs erübrigen sich damit für die meisten Veranstalter.

Auch für die Nachbarn

Auslöser für das Einrichten der Plattform seien verschiedene Parlamentsvorstösse gewesen, sagte Stadtrat Nino Cozzio (siehe Kasten). Das System solle nicht nur den Nutzern – also jenen, die um Bewilligungen ersuchen – mehr Transparenz bieten. Sondern auch Geschäften in und Bewohnern der Innenstadt. Laut Cozzio haben andere Städte bereits Interesse am St. Galler System bekundet.

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