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Mit Drogengewinn verreist

Ein Drogenabhängiger hat mit Heroin gedealt. Mit dem Erlös finanzierte er den Eigenkonsum und Reisen nach Thailand. Das Kreisgericht verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe.
Claudia Schmid

Der 56jährige Schweizer schilderte an der Gerichtsverhandlung, wie er bereits in jungen Jahren mit Drogen in Kontakt gekommen war. Nach einem Entzug habe er einige Zeit drogenfrei gelebt, sei dann aber wieder von der Sucht eingeholt worden.

Reger Heroinhandel

Die Anklage warf dem Mann vor, er habe ab September 2012 während eines Jahres in seiner St. Galler Wohnung einen regen Heroinhandel betrieben. Die Drogen habe er von sogenannten Nis-Läufern bezogen, welche im Auftrag einer ausländischen Heroinhändler-Bande operiert hätten. Das Heroin verkaufte er an abhängige Personen aus der Region St. Gallen und dem nahen Ausland. Insgesamt habe er mindestens 380 Gramm Heroin mit einem Reinheitsgehalt von etwa 12,8 Prozent umgesetzt und damit einen Bruttogewinn von mindestens 18 240 Franken erzielt, rechnete der Staatsanwalt vor. Zudem soll er eine waffenähnliche CO2-Luftpistole erworben haben, obwohl er dies aufgrund seiner Vorstrafen nicht hätte tun dürfen.

Hohe Strafe gefordert

Da der Beschuldigte geständig sei, gehe es in der Gerichtsverhandlung einzig um die Strafzumessung, betonte der Staatsanwalt. Er forderte eine unbedingte Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren. Der Angeklagte befinde sich seit mehreren Jahren im Heroinprogramm. Sein Konsumbedarf sei damit durch die staatlich bewilligte Abgabe gedeckt. Deshalb könne man ihn nicht als süchtigen Kleindealer bezeichnen, der seinen Eigenkonsum finanziert habe. Motiv sei nicht die Befriedigung der eigenen Sucht gewesen, sondern egoistische Bereicherung. Die Kleindealer unterstützten die Existenz ausländischer Drogenbanden: «Ohne sie wäre es vorbei mit der Bandenkriminalität.»

Gewagte These

Die Kleindealer für die Existenz professionell organisierter Drogenbanden verantwortlich zu machen, sei nun doch eine gewagte These, widersprach der Verteidiger. Vielmehr sei es so, dass die Banden jeden Kleindealer, der ausfalle, gleich wieder ersetzten. Das geforderte Strafmass bezeichnete er als exorbitant hoch. Sein Mandant gehöre seit Jahrzehnten der Endverbraucher-Szene an und kämpfe mit schweren gesundheitlichen Problemen.

Seit den Vorfällen in den Jahren 2012 und 2013 habe er sich auch nichts mehr zuschulden kommen lassen. Aus diesem Grund seien die Voraussetzungen für eine bedingte Freiheitsstrafe gegeben. Sie sei auf höchstens 15 Monate festzulegen.

Bewährungshilfe angeordnet

Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte den Mann jetzt wegen schwerer Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und Vergehens gegen das Waffengesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Für die Dauer der dreijährigen Probezeit ordnete es Bewährungshilfe an. Der Beschuldigte muss zudem eine Busse von 400 Franken und die Verfahrenskosten bezahlen.

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