Mit der Taschenlampe durch den Rohbau

Ein Schauplatz ist an der diesjährigen Museumsnacht hervorzuheben: Der Rohbau des neuen Naturmuseums beim Botanischen Garten. Museumsdirektor Toni Bürgin sagt, warum es nicht mehr Gelegenheiten geben wird, Einblick in die Grossbaustelle zu erhalten.

Christina Weder
Merken
Drucken
Teilen
Naturmuseum-Baustelle wird zu Schauplatz in der Museumsnacht. (Archivbild: Ralph Ribi)

Naturmuseum-Baustelle wird zu Schauplatz in der Museumsnacht. (Archivbild: Ralph Ribi)

Ist es am Samstag das erste Mal, dass die Öffentlichkeit den Neubau des Naturmuseums betreten darf?

Toni Bürgin: Ja, es besteht die Möglichkeit, einen Blick in die neuen Räume zu werfen. Wir wollen den neuen Standort im Neudorf bekannter machen und die Vorfreude auf die Eröffnung Ende 2016 wecken. Der Anlass ist aber nicht ganz ohne.

Warum?

Bürgin: Eine Baustelle hat ihre Tücken. Damit die Rundgänge durch den Rohbau möglich sind, müssen wir feuerpolizeiliche und sicherheitstechnische Auflagen erfüllen. Dafür mussten wir Massnahmen treffen, die mit erheblichem Aufwand verbunden sind.

Welche waren das?

Bürgin: Wir mussten Notausgänge markieren, Notleuchten und Handläufe an den Treppen anbringen, mögliche Absturzstellen schliessen und Feuerlöscher bereitstellen. Hinzu kommt, dass ein Rundgang durch den Rohbau nur am Wochenende möglich ist, wenn die Bauarbeiten ruhen.

Wie weit sind die Bauarbeiten denn vorangeschritten?

Bürgin: Die Arbeiten laufen termingemäss. Ein grosser Teil des Dachs ist jetzt erstellt. Ziel ist, dass der Rohbau Ende September abgeschlossen ist.

Was erwartet die Besucher in der Museumsnacht?

Bürgin: Sie sollen einen Eindruck vom Neubau erhalten. Wir bieten jede halbe Stunde Führungen mit der Taschenlampe an und erklären, was in die leerstehenden Räume hineinkommt. Zudem präparieren Sonja und Urs Oberli Fossilien und Orlando Ribar gibt Konzerte.

Im Programm heisst es, Besucher könnten auf der Baustelle selbst Hand anlegen. Wie geht das?

Bürgin: Natürlich nicht mit Maurerkelle und Spitzeisen. Mit Kreide darf man gewisse Innenwände bemalen. Zudem kann man aus Kartonschachteln, die einen Vorgeschmack aufs Zügeln geben, Tiere bauen. Exponate sind im Rohbau noch keine zu sehen.

Wie ist Ihnen vor der Museumsnacht zumute?

Bürgin: Ich bin gespannt und könnte mir vorstellen, dass es einen Ansturm geben wird. Dann ist allenfalls Geduld gefragt. Es ist ja kein «Open House». Wir haben klare Vorgaben, wie viele Personen sich im Gebäude aufhalten dürfen, insgesamt sind es etwa 300 Leute. Pro Führung nehmen wir maximal 20 Personen mit.

Gibt es weitere Gelegenheiten, den Rohbau zu besichtigen?

Der Aufwand wäre wohl zu gross, das zu wiederholen. Es ist eine einmalige Gelegenheit.

Toni Bürgin Direktor Naturmuseum St. Gallen (Bild: Coralie Wenger)

Toni Bürgin Direktor Naturmuseum St. Gallen (Bild: Coralie Wenger)