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Mit dem Velo ans Schwarze Meer

RORSCHACHERBERG. Süsse «Clatite Cioco», streunende Hunde, historische Orte und unendliche Weiten. In neun Wochen sind Ursula und Daniel Keller aus Rorschacherberg der Donau nach bis ans Schwarze Meer gefahren.
Rebecca Meier
Vorbei an einem Pferdefuhrwerk. Autos haben Ursula und Daniel Keller während ihrer Reise ans Schwarze Meer nur selten gesehen. (Bild: zVg)

Vorbei an einem Pferdefuhrwerk. Autos haben Ursula und Daniel Keller während ihrer Reise ans Schwarze Meer nur selten gesehen. (Bild: zVg)

RORSCHACHERBERG. Neun Wochen, acht Länder, sieben verschiedene Sprachen und sechs Währungen. Am Ende winkten fünf Tage Badeferien, nachdem sie auf insgesamt vier Rädern knapp drei Monate lang zu zweit unterwegs waren. Eine Erfahrung, die Ursula und Daniel Keller aus Rorschacherberg gemacht haben. Mit dem Fahrrad sind sie von der Quelle der Donau bis zum Donaudelta am Schwarzen Meer gefahren und haben dabei 3200 Kilometer zurückgelegt.

Je östlicher, desto ärmer

Die Velofans haben auf ihrer Reise viel erlebt. Mit dem Fahrrad sind sie bis zum Donaudelta gefahren, vorbei an Lagunen, Kanälen und historischen Orten. Mal unendliche Weiten, mal Hügellandschaften. Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner in den Dörfern beschaulich. Pelikane, wilde Schildkröten und streunende Hunde. Von ihrer Reise sind die beiden begeistert. «Besonders die Herzlichkeit der Menschen, die wir getroffen haben, hat es uns angetan», erklären sie.

Schmunzelnd erinnert sich Ursula Keller daran, wie sie mit einem Bier einem Dorfbewohner eine riesige Freude bereiten konnte. «Bei dem niedrigen Einkommen, mit dem diese Menschen leben müssen, ist ein solches Geschenk dem Gesicht des Mannes nach wie Geburtstag und Weihnachten auf einmal.» Je weiter nach Osten sie gefahren seien, desto ärmer die Menschen.

100 «Hallo» am Tag

«Während der Reise haben wir uns nie verfahren.» In Rumänien sei das nicht schwer gewesen. «Dort gab es nur eine einzige asphaltierte Strasse.» Die Strecke führte aber auch an Sand- und Schotterstrassen und flachen, unbefestigten Wegen vorbei. Vorbei an unzähligen Fuhrwerken, bespannt mit Pferden, Eseln oder Kühen. Selten jedoch auf Hauptverkehrsachsen. Autos hätten sie deshalb selten gesehen. Gefahren sind sie durchschnittlich 70 bis 100 Kilometer am Tag – je nach Strassenverhältnissen. Und obwohl sich die Strecke Donauradweg nennt, ist nur während rund einem Drittel die Donau in Sichtweite. Die Entscheidung, welche Flussseite befahren werden soll, stellte sich einige Male. Denn es sei durchaus möglich, dass erst nach 400 Kilometern wieder eine Brücke auftauche, über die man die Uferseite wechseln könne. «Die Dorfbewohnerinnen und -bewohner haben uns immer freundlich begrüsst. Anfangs habe ich jedesmal zurückgewinkt», erzählt Ursula Keller. Pro Tag seien so locker 100 Grüsse zusammengekommen. Geschlafen haben Kellers in einfachen Unterkünften. Dabei habe es keine Rolle gespielt, wie hart das Bett sei. «Nach einem Tag auf dem Velosattel waren wir froh, wenn wir einfach nur noch schlafen konnten.» Im «Magazin alimentar» haben sie eingekauft. Die Dorflädeli, die in der Schweiz eher als Kiosk durchgehen würden, seien Laden und Dorfmittelpunkt in einem.

Flaues Gefühl unbegründet

Die Idee, eine mehrwöchige Veloreise zu machen, hatte Ursula Keller. Nach mehreren ein- bis zweiwöchigen Reisen wollte sie etwas Grösseres unternehmen. Ihr Ehemann stand dem Plan anfangs jedoch skeptisch gegenüber, dachte, die Reise wäre langweilig. «Ich bin froh, haben wir sie gemacht. Ich bin sprichwörtlich eines Besseren belehrt worden», erklärt er. Auf der ganzen Fahrt hätten sie sich sicher gefühlt. Obwohl das Paar vorgängig mehrfach vor den Rudeln wilder Hunde gewarnt wurde. Diese würden bellend und beissend Velofahrer verfolgen. Doch die wilden Tiere hätten kein Problem dargestellt. Auch wenn Daniel Keller, besonders in Rumänien, ab und an ein flaues Gefühl im Magen hatte. Ans Aufgeben hätte aber nie jemand gedacht. Und die köstlichen «Clatite Cioco» – ein Crêpes mit Schokolade – hätten zur Stärkung beigetragen.

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