Mit dem Lift in die Stadt

Das Alterszentrum am Schäflisberg bietet eine zentrale Wohnlage. Bis vor kurzem machten den Bewohnern aber sieben Höhenmeter zu schaffen. Nun verbindet sie ein Lift mit der Stadt.

Claudia Schmid
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Freuen sich über den Lift: Das Ehepaar Theresia und Franz Fleck mit Pflegedienstleiterin Felizitas Popp. (Bild: Claudia Schmid)

Freuen sich über den Lift: Das Ehepaar Theresia und Franz Fleck mit Pflegedienstleiterin Felizitas Popp. (Bild: Claudia Schmid)

Das Ehepaar Theresia und Franz Fleck hat vor rund acht Monaten im Alterszentrum am Schäflisberg ein neues Zuhause gefunden. Fast 50 Jahre lang wohnten die beiden im Osten der Stadt. «Wir schätzen die zentrale Lage sehr und entdecken die Innenstadt ganz neu», erzählt Theresia Fleck.

Steiler, rutschiger Weg

Mit ihren 88 und 87 Jahren sind Theresia und Franz Fleck noch beneidenswert rüstig unterwegs. Deshalb lassen sie es sich nicht nehmen, so oft sie wollen, einen Ausflug in die Stadt zu machen. Für viele der anderen Bewohnerinnen und Bewohner des Alterszentrums war dies bis anhin aber kein einfaches Unterfangen. Die Gebäude des Schäflisbergs sind mit ihrem Standort an der Felsenstrasse zwar zentral gelegen, doch führen nur steile Wege in die Stadt hinunter. Auch über eine direkte Busverbindung verfügt das Alterszentrum nicht.

«Wir fahren jeweils mit dem Lift bis zum Parterre des untersten Gebäudes. Dort führt ein Weg zur steilen Schäflisbergstrasse, die uns schliesslich zur St. Georgen-Strasse und in die Stadt bringt», erklärt Franz Fleck den Weg in die südliche Altstadt. Im Frühling, Sommer und Herbst gehe dies «noch ganz gut», ergänzt seine Frau. Im Winter, wenn Schnee und Glatteis auf den Strassen lägen, werde es aber sehr gefährlich. «Für Menschen, die auf einen Rollator oder den Rollstuhl angewiesen sind, ist es zu allen Jahreszeiten schwierig.» Auch Pflegedienstleiterin Felizitas Popp bestätigt: «Wer einen Rollstuhl von der Innenstadt zu uns in den Schäflisberg schieben will, kommt unweigerlich ausser Puste.»

Langgehegter Wunsch

Umso grösser ist die Freude, dass den Bewohnerinnen und Bewohnern ab übermorgen Samstag ein Aussenlift zur Verfügung steht. Mit ihm lassen sich die sieben Höhenmeter überwinden, die den Menschen mit Geheinschränkungen bisher zu schaffen machten. Nun müssen sie nur noch ein kurzes Stück Strasse gehen, das mehr als sechs Prozent Gefälle aufweist.

«Unser Alterszentrum verfügt über eine ideale Lage. Die schlechte Erreichbarkeit für alte Menschen war aber immer ein Handicap», betont Direktorin Christina Granwehr. Der Vorstand habe lange Zeit über mögliche Lösungen nachgedacht. «Zur Diskussion stand die Weiterführung des Lifts in unserem untersten Gebäude. Dies wäre aber sehr teuer gekommen, da Nagelfluh hätte abgetragen werden müssen.»

Liftturm mit Brücke

Entstanden ist nun ein Liftturm mit einer Brücke, der den Hangfuss der St. Georgen-Strasse mit dem Erdgeschossniveau von Haus 2 verbindet. «Die Planungsphase dauerte sieben, die Ausführungsphase vier Monate», erklärt Jack Egli, der im Vorstand des Alterszentrums für das Ressort Bau zuständig ist. Die Kosten des Aussenlifts betragen 400 000 Franken.

«Wir freuen uns riesig über den direkten Zugang zur Stadt; nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen, die weniger gut zu Fuss unterwegs sind», sagt Theresia Fleck. Und ihr Mann ergänzt: «Im Alterszentrum am Schäflisberg bekommen wir hautnah mit, was im Klosterviertel läuft. Und mit dem Lift sind wir nun sofort mitten im Geschehen.»