Mit Crowdfunding ins Mittelalter

Am 30. April und 1. Mai kehrt Rheineck zurück ins Mittelalter und begeht zum dritten Mal einen Mittelaltermarkt. Das Motto «Als wär's anno 1340» gilt für viele Aktivitäten – aber nicht für die Finanzbeschaffung.

Maya Seiler
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OK-Präsidentin Katharina Linsi (links) und Stadtführerin Gerda Huber am Mittelaltermarkt 2009. (Bild: Archiv/Maya Seiler)

OK-Präsidentin Katharina Linsi (links) und Stadtführerin Gerda Huber am Mittelaltermarkt 2009. (Bild: Archiv/Maya Seiler)

RHEINECK. Seit zwei Jahren ist ein Trupp daran, alles für die Rückkehr in die Zeit vorzubereiten, als das kleine Städtli am Rhein das Marktrecht erhielt. Diese mittelalterliche Blütezeit lebt bis heute weiter in historischen Gebäuden und in der einmaligen Kulisse des Zentrums rund um die Hauptstrasse. Unter der Leitung von Stadträtin Katharina Linsi arbeitet ein erfahrenes OK, darunter so bekannte Rheineckerinnen und Rheinecker wie Stadtführerin Gerda Huber oder «Mister Bahnhof» Hans Sonderegger (36 Jahre Bahnhofvorstand), an einem authentischen, bunten und erlebnisreichen Markt. Der Mittelaltermarkt Rheineck unterscheidet sich von ähnlichen Märkten nicht nur durch das einzigartige Ambiente, sondern auch dadurch, dass er für alle Besucher unentgeltlich ist.

Mit Mitteln des Internets

Trotzdem kostet eine solche Organisation natürlich sehr viel Geld, und die Sponsorensuche ist in den heutigen Zeiten nicht immer einfach. Im Mittelalter hätte man einfach einen Ablass gesprochen, mit dem man sich mit Geld von Sünden freikaufen konnte und dessen Erlös den Markt finanziert hätte.

Das OK Mittelaltermarkt Rheineck hat nun das Angebot, als Pilotprojekt für moderne Mittelbeschaffung zu fungieren. Im sogenannten Crowdfunding werden Geldgeber gesucht, die das Projekt unterstützungswürdig finden. Mit Videos, Texten und Bildern wird versucht, die Menge (= crowd) zu überzeugen. Die Projekt-Autoren legen einen Betrag fest – im Fall des MAM sind das 6000 Franken –, den sie für die Umsetzung ihres Vorhabens benötigen, und starten die Finanzierungsrunde.

Video zum Mittelaltermarkt

Über den Internet-Link www. lokalhelden.ch/mittelaltermarkt- rheineck können Besucher sich über das Projekt informieren. Wenn sie den Mittelaltermarkt ihrer Hilfe würdig finden, werden sie zu sogenannten Backers (Unterstützer). Sie entscheiden sich für einen Betrag und «werfen» ihn in den Projekttopf. Das Crowdfunding arbeitet nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip: Wird am Ende der 60tägigen Laufzeit das Limit nicht erreicht, gehen die Beträge an die Spender zurück; der Projekt-Inhaber bekommt kein Geld. Wird der Betrag erreicht oder gar überschritten, wird das gesamte Geld von den Konten der Spender abgebucht und kann für das Projekt verwendet werden.

Wer spendet, bekommt ab 50 Franken eine Runde Riesenrad für ein Kind, ab 100 Franken einen Bon für einen Fackelspiess. Die Aktion ist soeben gestartet und läuft 60 Tage.

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