Mit Bronze zurückgekehrt

STAAD. Unlängst ist die Staaderin Nina Gämperli aus den Ferien zurückgekehrt. Die ehemalige Schülerin der Kantonsschule am Burggraben war in Washington D. C., wo sie an der Internationalen Chemieolympiade teilnahm und Bronze gewann.

Sebastian Schneider
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Nina Gämperli hat bereits mehrere Chemieauszeichnungen erhalten – nun auch die Bronzemedaille an der Chemieolympiade in den USA. (Bild: Ralph Ribi)

Nina Gämperli hat bereits mehrere Chemieauszeichnungen erhalten – nun auch die Bronzemedaille an der Chemieolympiade in den USA. (Bild: Ralph Ribi)

«Sie ist megaschwer. Ich bin sehr stolz auf sie», sagt Nina Gämperli aus Staad. Die ehemalige Kantonsschülerin ist kürzlich von ihren Ferien in ihre Heimat nach Staad zurückgekehrt. Mit im Gepäck war eine bronzene Medaille. Gewiss hätte die Schweizer Delegation in London diese gerne zu ihrer mageren Ausbeute gezählt, doch hat Nina Gämperlis Medaille mit Sport herzlich wenig zu tun. Ihre Disziplin ist Hirnakrobatik, genauer gesagt Chemie.

Gerne denkt die 18-Jährige an die zehn Tage in Washington D. C. zurück. Dort, wo sie an der 44. Internationalen Chemieolympiade die Medaille gewonnen hat, die nun über ihrem Bett hängt.

Wie ein Star behandelt

Mit drei weiteren Schülern hat Nina Gämperli die Schweiz vertreten. Die USA kannte die 18-Jährige schon von einem Besuch in New York. Dennoch beeindruckte sie die amerikanische Mentalität: «Sie haben uns wie zukünftige Stars der Chemie behandelt», sagt sie. Mehrmals sei betont worden, wie wichtig sie als Nachwuchstalente für die Menschheit seien und welche Verantwortung sie trügen. Während der zehn Tage wohnte Nina Gämperli zahlreichen Vorlesungen bei. Die Referenten hätten jeweils zu Beginn des Vortrags die Teilnehmer gefragt, wer sich freue, hier zu sein, ganz nach amerikanischer Manier. «Dann schrien immer alle frenetisch <Yeah>», sagt sie.

Der Aufenthalt in den USA hat Nina Gämperli vor allem wegen der vielen neuen Bekanntschaften aus aller Welt gefallen. Ausserdem blieb auch Zeit für anderes: «Wir besuchten die Schweizer Botschaft, waren in Freizeitparks, im Kino, in Museen.»

Die Prüfungen fanden in der Universität Maryland statt. Der erste praktische Teil habe aus zwei Einheiten bestanden. Je 2,5 Stunden Laborarbeit am Morgen und am Nachmittag, wie Nina Gämperli sagt. Dazwischen habe es nur kurz Mittagspause gegeben. Zwei Tage später fand der fünfstündige theoretische Teil statt. «Die Prüfung war sehr schwierig», sagt sie. Dennoch schaffte sie es in das Feld der Bronzemedaillegewinner, zusammen mit einem weiteren Teilnehmer der Schweizer Delegation.

Chemiebücher statt Romane

Chemie mochte Nina Gämperli schon seit den ersten Lektionen bei ihrem Chemielehrer Walter Jaggi, dem sie unter anderem die Begeisterung für das Fach zu verdanken habe. «Je tiefer ich mich mit der Materie befasste, desto interessanter wurde es. Vor allem die Denkweise gefällt mir: Man beobachtet, deutet Fakten und leitet neues Wissen ab. Zur Erklärung denkt man oft abstrakt und in Modellen, was mir gefällt», sagt die 18-Jährige. Die Begeisterung für Chemie zeigt sich auch in ihrer Freizeit: «Während andere Romane lesen, studiere ich Chemiebücher», sagt sie. Ein eigenes Labor habe sie aber nicht zu Hause, und mit Schwarzpulver zu spielen überlasse sie lieber den Jungs.

Aufgrund ihrer Eignung und Neigung ist für die Staaderin klar, dass sie Chemie an der ETH studieren wird. Erst aber reist sie für sieben Monate nach Neuseeland. «Englisch ist halt schon wichtig», sagt sie. Ins Gepäck kommen auch Chemiebücher. In ihrem Zwischenjahr will sie sich à jour halten. Schliesslich würde sie im nächsten Jahr gerne an der 45. Chemieolympiade in Russland teilnehmen.