Mit Arbon in die Zukunft

Das Kader der 2.-Liga-Mannschaft von Rover Wittenbach wird immer schmaler. Nun zieht der Verein die Konsequenz und geht eine Spielgemeinschaft mit Arbon ein.

Raya Badraun
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Die letzte Partie der Saison verlor Rover Wittenbach gegen Seen Tigers deutlich mit 27:40. Das überraschte nach dieser Saison niemanden. (Bilder: Urs Bucher)

Die letzte Partie der Saison verlor Rover Wittenbach gegen Seen Tigers deutlich mit 27:40. Das überraschte nach dieser Saison niemanden. (Bilder: Urs Bucher)

HANDBALL. Der Anfang vom Ende begann 2013. Damals spielte Rover Wittenbach um den Aufstieg in die 1. Liga. Diesen verpasste das Spitzenteam am Ende nur knapp. Dennoch waren die Folgen schwerwiegend. Nach der Saison verliess der Topskorer Reto Egloff das Team Richtung Arbon. Aufs Alter hin wolle er noch einmal in der ersten Liga spielen, sagte er damals. Vor einem Jahr wechselte auch die Teamstütze Raphael Gruber in den Thurgau. Diese und weitere Abgänge konnte Rover Wittenbach nicht kompensieren. «Wir wussten deshalb, dass es schwierig wird», sagt Vereinspräsident Stefan Bartholet. Doch auch er hätte wohl nicht damit gerechnet, dass in dieser Saison zum Teil nur acht Spieler zu einer Partie antreten würden.

Viel Pech bei Wittenbach

Bereits im ersten Meisterschaftsspiel verletzte sich Spielertrainer Miki Radojicic am Fuss. Die Verletzung war so schwerwiegend, dass er wochenlang kein Training und kein Spiel leiten konnte. Um die Abgänge und Ausfälle, unter anderem Goalie Stefan Müggler, etwas zu kompensieren, spielen seit Ende Oktober drei junge Arboner bei Wittenbach. Zu einem Team wuchsen die Spieler aber kaum zusammen. Denn nicht nur die Thurgauer, die weiterhin mit Arbon trainierten, fehlten bei den Trainings. Viele Spieler blieben auch aus beruflichen Gründen fern. So fiel die Einheit am Dienstag aus Mangel an Teilnehmern des öfteren aus. Um wenigstens am Donnerstag ein anständiges Training absolvieren zu können, spannten die 2.- und 4.-Liga-Spieler von Wittenbach zusammen. «Dadurch geht natürlich auch die Motivation bei den restlichen Spielern verloren», so Bartholet.

Das fehlende gemeinsame Training wirkte sich zudem stark auf die Leistungen der Handballer aus. «Die Abstimmungen auf dem Feld funktionierten nicht immer», sagt Präsident Bartholet. «So kam es zu vielen technischen Fehlern.» Die Saison schloss Rover Wittenbach deshalb mit nur neun Punkten auf dem zweitletzten Platz ab. «Wäre Frauenfeld nicht so schwach gewesen», sagt Bartholet, «dann wären wir sogar abgestiegen.»

Bereits zwölf Zusagen

Nach dieser Saison zog der Verein nun die Konsequenz. Zusammen mit Arbon gründet er eine Spielgemeinschaft, welche in der 2. Liga antreten soll. Diese wird abwechselnd in Wittenbach und Arbon von Radojicic trainiert, der mittlerweile wieder am Spielfeldrand steht.

Es hätte aber auch anders kommen können. Im schlimmsten Fall wäre der Verein bereit gewesen, nur noch mit einer 4.-Liga-Mannschaft anzutreten. «Wenn es nicht genug motivierte Spieler gegeben hätte», sagt Bartholet, «dann hätte es auch keinen Sinn gemacht.» Doch nun haben bereit zwölf Handballer definitiv zugesagt, bei vier weiteren ist die Anfrage noch offen. Zur Zeit fehlen nur noch ein zweiter Goalie sowie weitere Spieler auf den Positionen Rückraum und Flügel rechts. «Doch es sieht gut aus», sagt Bartholet, «die Motivation ist zurück.»

Miki Radojicic wird das 2.-Liga-Team auch in Zukunft trainieren. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Miki Radojicic wird das 2.-Liga-Team auch in Zukunft trainieren. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))