Mit 70 amtsjüngster Kantonsrat

STEINACH. Wirten und Politisieren: Das sind die grossen Hobbies von Max Luterbacher. Diesen will er sich künftig komplett hingeben. Mit 70 ist er der älteste Kantonsrat, gleichzeitig einer der amtsjüngsten, die am 14. September vereidigt werden.

Jolanda Riedener
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Max Luterbacher am «schönsten Fleck in Steinach». Der SVP-Politiker ist ab September Kantonsrat für den Wahlkreis Rorschach. (Bild: Jolanda Riedener)

Max Luterbacher am «schönsten Fleck in Steinach». Der SVP-Politiker ist ab September Kantonsrat für den Wahlkreis Rorschach. (Bild: Jolanda Riedener)

«Andere Rentner verbringen ihre Freizeit mit Golfen, ich engagiere mich lieber in der Politik», sagt der 70jährige Max Luterbacher. Noch hat sich der Steinacher SVP-Politiker allerdings nicht pensionieren lassen: Er arbeitet als Geschäftsführer Ostschweiz bei der Firma Dallmayr, ist Pächter des Restaurants Hafen-Treff in Steinach und ab September Mitglied des Kantonsrats.

Es ist ruhig an diesem Vormittag, einige Segler hantieren an ihren Booten. «Hier, direkt am See und nahe beim Hafen ist der schönste Ort in Steinach», schwärmt Luterbacher. «Eine Beiz wie den Hafen-Treff Steinach wollte ich schon immer.» Seit drei Jahren ist er Pächter des Restaurants mit bester Aussicht auf den Steinacher Hafen und den Bodensee. Derzeit hat Luterbacher einen Geschäftsführer fürs Restaurant angestellt, wird diese Aufgaben allerdings bald selber übernehmen.

Auch Eventveranstalter

Auf dem grosszügigen Umschwung veranstaltet Luterbacher auch gerne mal ein grösseres Fest, für den Wahlauftakt der SVP etwa hat er ein grosses Festzelt organisiert. Der Steinacher ist seit zehn Jahren Präsident der SVP-Ortspartei, welche die Gemeinden Steinach, Berg und Tübach umfasst und 60 Mitglieder zählt. Max Luterbacher, auch als «Mäge» bekannt, ist mit seinen 70 Jahren alles andere als müde. «Ich bin fit und habe Freude an der Politik.» Als Nachfolger des Mörschwilers Markus Blum wird er ab September Mitglied des Kantonsrats für den Wahlkreis Rorschach. Luterbacher rückte als zweiter Ersatz nach, da Walter Mäder ablehnte. Luterbacher hat bereits vor sieben Jahren für den Kantonsrat kandidiert und freut sich, dass es jetzt geklappt hat. Max Luterbacher ist Mitglied der Gewerbevereine Horn und Steinach sowie des Gastroverbands. Auch politisch setzt er sich für das lokale Gewerbe und eine vernünftige Raumplanung ein: «Mit lokalen Unternehmen können Arbeitsplätze geschaffen werden.»

Mehr Zeit für die Politik

Luterbacher plant als Geschäftsführer bei der Firma Dallmayr, welche unter anderem Kaffeemaschinen und Automaten vertreibt, noch bis circa Ende Jahr tätig zu sein. Danach mache er Platz für einen jungen Geschäftsführer. «Somit werde ich noch mehr Zeit für die Politik und den Hafen-Treff haben.» Durch seine langjährige Tätigkeit bei Dallmayr in Horn habe er ein breites Beziehungsnetz: «Die Leute kennen mich.» Im Kantonsrat wird er das älteste Mitglied und gleichzeitig, gemeinsam mit anderen Kantonsräten, der Amtsjüngste sein. «Eine gesunde Mischung von Politikern unterschiedlichen Alters ist anzustreben», sagt Luterbacher. Es sei wichtig, die Jungen zu fördern, gleichzeitig könne man aber auch von der Erfahrung älterer Politiker profitieren. Luterbacher freut sich auf neue Herausforderungen im Kantonsrat, obwohl er wieder zum «Lehrling» werde. Mit Michael Götte, Fraktionschef und Gemeindepräsident von Tübach, hat er einen kompetenten Freund, der ihm mit Rat zur Seite steht. Heute bekommt Luterbacher eine Einführung im Regierungsgebäude in St. Gallen. Am 5. September nimmt er erstmals an der Fraktionssitzung teil, bevor er zu Beginn der Kantonsratssessionen am 14. September vereidigt wird. Luterbach hofft, auch in der kommenden Amtsperiode im Kantonsrat zu politisieren. Er wurde an der Nominationsversammlung des Wahlkreises Rorschach bestätigt und kandidiert somit auch 2016 wieder.