Mit 20 plötzlich Unternehmer

Vater Ferdinand und Sohn Alexander Kleger leiten gemeinsam die Triopan AG. Auch Mutter Rosmarie und Tochter Cécile Kleger arbeiten in diesem Industriebetrieb in Rorschach, der hier vor hundert Jahren als Werkstätte startete.

Fritz Bichsel
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Ferdinand Kleger (l.), dritte Generation, und Alexander Kleger, vierte Generation, in der Abteilung Textilmaschinenbau ihrer Triopan AG. (Bild: Fritz Bichsel)

Ferdinand Kleger (l.), dritte Generation, und Alexander Kleger, vierte Generation, in der Abteilung Textilmaschinenbau ihrer Triopan AG. (Bild: Fritz Bichsel)

RORSCHACH. Die Triopan an der Säntisstrasse empfängt Kunden und Mitarbeiter mit Blumen. Farbig sind auch Produkte, denn sie müssen für Sicherheit im Verkehr auffallen. Das ist seit gut dreissig Jahren einer der beiden Zweige dieses Familienbetriebs.

Schon länger, in der vierten Generation Kleger seit 102 Jahren, baut dieser Maschinen und Zubehör. Perfecta Schmid zum Sticken ist die bekannteste Marke.

Seit der Kindheit in der Firma

Alexander Kleger von der vierten Generation baute neue Produktegruppen auf, leitete Projekte für neue Geschäftsbereiche und übernahm dann die Geschäftsführung. Dass Vater Ferdinand im Pensionsalter noch mitwirkt als Präsident und Koordinator für den Schwesterbetrieb Perfecta Schmid Ltd. in Thailand, wertet Alexander Kleger positiv: «So muss ich nicht alles allein entscheiden und profitiere von Erfahrung, die selbst langjährige Mitarbeiter nicht haben.» Auch als Familie hält man sich hier an die Aufteilung von Aufgaben und Kompetenzen.

Der heutige Geschäftsführer war bereits als Kind oft in der Firma der Eltern und hatte schon als Jugendlicher das Ziel, ins Unternehmen einzusteigen. Entsprechend bildete er sich aus und weiter: Lehre bei der Starrag (Maschinenbau), Stickereifachschule St. Gallen, Masterstudium in England, Tätigkeit in Industrieunternehmen und an der Uni St. Gallen. Ferdinand Kleger hatte vor 50 Jahren einen schwierigeren Start: Er war noch in der Lehre, als sein Vater starb und er knapp zwanzigjährig bereits den Betrieb übernehmen musste.

Cécile Kleger, bis anhin für Sachbearbeitung zuständig, übernimmt von Mutter Rosmarie fliessend die Bereiche Personal und Buchhaltung. Tochter und Sohn werden die Triopan AG erben. Lukrativer wäre es für Eltern, einen Betrieb zu verkaufen. Aber auch Ferdinand Kleger nennt den verbreiteten Wunsch, dass Verwandte das Lebenswerk fortführen, als Antrieb für die Übergabe. Wird es bei der Triopan eine fünfte Generation Kleger geben? Grossvater Ferdinand schwärmt bei den Kindern der nächsten vom Schönen des Unternehmertums, aber ihnen stehen alle Wege offen.

Wie der Vater, so der Sohn

Die Triopan beschäftigt in Rorschach 45 Personen. Es waren schon viel mehr, allein für Textilmaschinen über 100. Aber das Unternehmen, dessen Entwicklung eng mit der in der Ostschweiz einst starken Stickereiindustrie verknüpft ist, musste sich dem Wandel bei Textilien und der Globalisierung anpassen. Es übernahm andere, in Europa ebenfalls geschrumpfte Maschinenbauer und gründete den Schwesterbetrieb in Thailand. Dieser produziert mit 45 Personen Stickereizubehör für den Weltmarkt und Halbfabrikate für den Schweizer Markt.

So Unterschiedliches wie Textilmaschinen sowie Signale, Westen, Leuchten und weiteres für Verkehrssicherheit kam zusammen, als Ferdinand Kleger für den Betrieb grössere Räume und zusätzliche Produkte suchte. Beides erwarb er mit der ebenfalls in Rorschach tätigen Triopan. Diesen Mix will Alexander Kleger beibehalten: «Technisches Know-how vom Maschinenbau nützt uns bei Spitzenprodukten für Verkehrssicherheit.» Ebenso soll die Triopan AG wenn möglich in Familienhand bleiben. «Wie der Vater, so der Sohn» gilt bei Klegers auch bei öffentlichem Einsatz: Ferdinand Kleger war Präsident des Gewerbevereins, Gemeinderat, Mitglied der GPK oder im Vorstand des Museums. Alexander Kleger wird an der Bundesfeier das Feuerwerk zünden und bereicherte das Leben in Rorschach durch Mitarbeit beim Sandskulpturen-Festival, Weihnachten in Rorschach, Vampirball und weiteren Anlässen sowie in der Klausenzunft oder im Verkehrsverein.

Bild: FRITZ BICHSEL

Bild: FRITZ BICHSEL

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