Mit 16 erstmals bei den Profis

Bis morgen findet im Golfclub Gams-Werdenberg das einzige professionelle Damengolfturnier der Schweiz statt. Erstmals mit dabei ist das Golftalent Chiara Tamburlini aus St. Gallen.

Ives Bruggmann
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Chiara Tamburlini bevorzugt das kurze Spiel auf dem Grün. Hier spielt sie den Ball aus dem Sandbunker. (Bild: pd)

Chiara Tamburlini bevorzugt das kurze Spiel auf dem Grün. Hier spielt sie den Ball aus dem Sandbunker. (Bild: pd)

GOLF. Chiara Tamburlini ist in der Schweizer Golfszene eine Ausnahmeerscheinung. Und das im Alter von erst 16 Jahren. Die Stadtsanktgallerin hat schon mehrfach aufhorchen lassen. So wie an den Schweizer Meisterschaften der Juniorinnen im vergangenen Jahr. In der Kategorie U18 gewann sie auf ihrem Heimplatz des Golfclubs Niederbüren mit zwölf Schlägen Vorsprung. So ganz nebenbei stellte sie dabei auch noch einen neuen Platzrekord auf. «Das war bislang mein schönster Sieg», sagt sie. Im heimischen Golfclub habe sie einen besonderen Druck gespürt und auch selber unbedingt gewinnen wollen.

Matur auf Italienisch

Der Titel indes war keine grosse Überraschung, denn bereits ein Jahr zuvor hatte das Golftalent den Schweizer-Meister-Titel der Kategorie U16 in Ascona erspielt. Im Tessin besucht die St. Gallerin seit zwei Jahren die Sportschule Tenero und absolviert nebenbei die Matura – auf Italienisch. Und das, obwohl sie diese Sprache zuvor nicht beherrschte. Neben der neuen Sprache, die sie mittlerweile fliessend spricht, hat sie auch in Sachen Golf sehr viel dazugelernt. In der Woche kommt sie auf 20 bis 25 Trainingsstunden Golf. Ebenso viele Stunden besucht sie die Schule.

Heuer darf Tamburlini erstmals an einem professionellen Golfturnier teilnehmen, denn sie erhielt als eine der sechs besten Amateurinnen, die in der Schweiz spielen, eine Wild-Card des Schweizer Golfverbandes. «Ich freue mich sehr», sagt sie. Die Swiss Ladies Open in Gams-Werdenberg zählen zur zweithöchsten europäischen Kategorie. «Ich will möglichst viel Erfahrungen sammeln», sagt die 16-Jährige. Umso besser könne sie das, weil sie mit der Vorjahressiegerin im gleichen Flight eingeteilt worden ist. «So kann ich mal live sehen, wie sich die Profis auf dem Platz verhalten.»

Ein hohes Ziel

Doch die St. Gallerin ist nicht nur nach Gams gereist, um von den anderen zu lernen. Sie hat sich auch ein Ziel gesetzt und möchte den Cut, also den Sprung unter die besten Spielerinnen schaffen. In Gams dürften das rund 60 von über 120 Teilnehmerinnen sein. «Ich weiss, dass es ein hohes Ziel ist», sagt sie. Wenn sie den Cut schafft, so darf sie morgen nochmals eine Runde mit den besten Spielerinnen absolvieren.

Tamburlini, deren Stärke das kurze Spiel auf den Greens ist, will sich für die Zukunft nicht zu viele Ziele setzen. Zuerst einmal möchte sie den Junioren-Schweizer-Meister-Titel verteidigen. Bis 2019 besucht sie noch die Sportschule in Tenero. «Bis dahin will ich möglichst viel aus mir herausholen.» Wo sie dann stehe und wie es dann weitergehe, sehe sie dann.

Zum Golf ist sie durch ihre Eltern, die beide Golf spielen, gekommen. Die Leidenschaft, die sie bereits als kleines Mädchen besass, habe bis heute nicht nachgelassen. «Ich will es immer noch besser machen und jeden Schlag noch besser beherrschen.» Die St. Gallerin hat bereits Turniere in Finnland, Deutschland, Belgien und Italien gespielt. Als erstes Profiturnier wird aber dennoch Gams auf ihrer Liste stehen. Egal, was noch kommt.

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