Misteldrosseln unterwegs

RHEINTAL. Besonders in den Weichholzauen am Alten Rhein und im Rheindelta machen derzeit laut keckernde Vogelschwärme auf sich aufmerksam. Es sind Misteldrosseln, die grösste in Europa vorkommende Drosselart und normalerweise ein Kurzzieher, da viele den Winter auch in Südwesteuroa verbringen.

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Misteldrossel (Bild: gg)

Misteldrossel (Bild: gg)

RHEINTAL. Besonders in den Weichholzauen am Alten Rhein und im Rheindelta machen derzeit laut keckernde Vogelschwärme auf sich aufmerksam. Es sind Misteldrosseln, die grösste in Europa vorkommende Drosselart und normalerweise ein Kurzzieher, da viele den Winter auch in Südwesteuroa verbringen. Gefährdet ist die Art nicht. Die Vogelwarte Sempach schätzt die Population in der Schweiz auf bis zu 100 000 Paare. Dass sie heuer vielfach im Rheintal bleiben, ist vor allem auf die reichhaltigen Mistelbestände zurückzuführen, die eine Lebensgrundlage für die Vogelart bilden. Die Mistel, eine Halbschmarotzerpflanze, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten im Rheintal explosionsartig ausgebreitet. Die Drosseln helfen dabei tüchtig bei der Vermehrung mit. Sie fressen die Beeren, deren Fruchtfleisch auch den Stoff Viscin enthält. Dieser bewirkt nicht nur einen schnellen Durchlauf im Verdauungstrakt der Vögel, sondern auch, dass die unverdauten Samen in zähen Schnüren ausgeschieden werden und so an den Wirtsbäumen hängen bleiben. Die Misteldrosseln ernten und pflanzen also in einem «Arbeitsgang». (gg)