Minikraftwerke für einzelne Häuser

Nicht alle Gebiete könnten von einem künftigen Geothermie-Kraftwerk profitieren. Auf Hügeln wird deshalb geprüft, ob ein Netz von Erdgas-Miniblockheizkraftwerken eingesetzt werden soll.

Drucken
Teilen

St. Gallen. Die Stadt will die Fernwärmeversorgung ausbauen, insbesondere durch ein Geothermie-Kraftwerk. Die seismischen Messungen, welche einen geeigneten Standort ausfindig machen sollen, sind in vollem Gang. Durch das Projekt Geothermie wird das Fernwärmenetz auf Stadtgebiet bis 700 Höhenmeter ausgebaut. In den Hügelzonen hingegen soll der Schwerpunkt künftig auf dezentraler Wärmeproduktion liegen.

In einer Interpellation wollte CVP-Stadtparlamentarier Guido Keller wissen, ob diese Produktion von einem Netz von sogenannten Erdgas-Miniblockheizkraftwerken (Mini-BHKW) übernommen werden könnte, das von den Stadtwerken gesteuert würde. Solche BHKW könnten in Gebäuden temporär oder dauerhaft heizen.

Zuerst Birnbäumen auswerten

Mini-BHKW seien wichtig, um die Ziele des Energiekonzepts 2050 zu erreichen, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort. Zudem sei damit die Chance verbunden, die städtische Erdgas-Infrastruktur optimal zu nutzen.

Ihre Förderung werde durch den Energiefonds geprüft. Das Thema dieser dezentralen Mini-BHKW werde in der Diskussion um den Gegenvorschlag zur Initiative «Stadt ohne Atomstrom» aufgegriffen.

Der Stadtrat will die Betriebserfahrungen aus dem Pilotprojekt Nahwärmeverbund Birnbäumen auswerten. Dort werden zwei Erdgas-BHKW erstellt. Die Auswertung soll als Grundlage für das weitere Vorgehen zur Förderung von Mini-BHKW dienen.

Zudem werden parallel zum Projekt Geothermie flankierende Massnahmen für Zwischenlösungen und Gegenden ausserhalb des Fernwärmegebietes entwickelt. In diesem Zusammenhang werde auch ein Konzept von vernetzten Mini-BHKW geprüft. Einzeln untersucht wird der Einsatz solcher kleiner Kraftwerke als Zwischenlösung. Wegen aufwendiger Massnahmen wie Schallschutz, Platzbedarf und eingeschränkter Effizienz sei dies aber nicht immer sinnvoll.

Vernetzung durch Glasfasernetz

Um die Mini-BHKW zu vernetzen, müssten zudem einige Voraussetzungen erfüllt werden. Insbesondere muss das Glasfasernetz, das zurzeit gebaut wird, verfügbar sein. Es werde das Rückgrat eines künftigen «Smart Grid», eines intelligentes Netzes. (km)

Aktuelle Nachrichten