Millionenumsatz mit Hanfshops in St.Gallen

Zwei 32-jährige Männer sollen in der Stadt St.Gallen ein florierendes Geschäft mit Hanfshops betrieben haben. Es geht um rund 250 Kilogramm Cannabis mit einem Gesamterlös von über zwei Millionen Franken. Am Montag standen die beiden Männer vor Kreisgericht.

Drucken
Teilen
Eine Hanfanlage in der Ostschweiz. (Bild: kapo sg/Symbol)

Eine Hanfanlage in der Ostschweiz. (Bild: kapo sg/Symbol)

Der Staatsanwalt forderte für den Kroaten eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten, für den Schweizer mit Wurzeln in Ex-Jugoslawien eine Strafe von fünf Jahren. Das Urteil wird für nächste Woche erwartet. Die beiden sollen als knapp 20-Jährige im Jahr 2003 ihren Cannabis-Handel in St.Gallen begonnen haben. Laut Anklage führten sie ein Unternehmen mit verschiedenen Hanfshops und beschäftigten mehrere Verkäufer. Diese sollen bei Polizeikontrollen die Shops als ihre eigenen bezeichnet haben. Sie wurden deswegen verurteilt.

Dem einen Drahtzieher lastete die Staatsanwaltschaft eine Gesamtmenge von mindestens 233 Kilogramm Cannabis mit einem Erlös von 2,2 Millionen Franken an; der zweite soll mit rund 277 Kilogramm gehandelt und einen Umsatz von 2,6 Millionen Franken erzielt haben.

Liegenschaften in Bosnien beschlagnahmt
Die beiden Männer zeigten sich vor Kreisgericht geständig. Sie machten aber geltend, es habe sich um eine kleinere Menge Cannabis gehandelt. Sie bestritten auch, mit dem Gewinn aus dem Drogengeschäft Liegenschaften in Bosnien gekauft zu haben. Sie hätten das Geld geerbt, beteuerten sie.

Die Staatsanwaltschaft hatte erwirkt, dass die Liegenschaften und Konten der Angeklagten von den bosnischen Behörden beschlagnahmt wurden. Den beiden Angeklagten wurde neben dem Cannabis-Handel auch Freiheitsberaubung, Hehlerei, falsche Anschuldigung und versuchte Nötigung vorgeworfen. Der Kroate soll am Rande an der Entführung eines Mannes beteiligt gewesen sein, der ein Luxusauto veruntreut hatte. Kollegen hörten vom Betrug, vermuteten beim Opfer viel Geld und erpressten dieses. Der Schweizer soll Mitangeklagte zu falschen Aussagen genötigt und Mitarbeiter bedroht haben.

Staat fordert 650'000 Franken
Der Staatsanwalt stellte für die nicht mehr vorhandenen Erlöse aus dem Drogengeschäft eine Ersatzforderung von 650'000 Franken. Die beiden Angeklagten seien zu verpflichten, diese Summe dem Staat in solidarischer Haftung zu bezahlen.

Die Verteidiger bezeichneten die geforderten Strafen als viel zu hoch. Die Verfahrensrechte ihrer Mandanten seien verletzt worden. Der Verteidiger des Kroaten beantragte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten, der Verteidiger des Schweizers eine bedingte Strafe von 16 Monaten. (sda)

Aktuelle Nachrichten